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RBI steigert Gewinn ohne Russland im Halbjahr um ein Viertel / Fokus auf neue Strategie und Akquisitionen der Addiko Bank und BBVA Garanti - Russland-Geschäft wieder mit Gewinn

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im ersten Halbjahr 2026 ohne Einbezug des Russland-Geschäfts ihren Gewinn um ein Viertel auf 708 Mio. Euro gesteigert. Dazu beigetragen haben ein Wachstum bei den Kundenkrediten, seit Jahresbeginn legte das Volumen um 6 Prozent auf 107 Mrd. Euro zu. In den kommenden Monaten wird die Bank vor allem mit den Übernahmen der Addiko Bank und der BBVA Garanti in Rumänien beschäftigt sein. Das Russland-Geschäft wird indes weiter abgebaut.

Der seit 1. Juli amtierende neue RBI-Chef Michael Höllerer will außerdem die Strategie der RBI erneuern. "In den kommenden Monaten werden wir intensiv an unserer neuen Strategie arbeiten, die einen klaren Fokus auf Wachstum und Profitabilität legen wird", so Höllerer laut Aussendung. Bei den beiden Akquisitionen ginge es gut voran. In Rumänien läuft der Genehmigungsprozess, die Übernahme soll Anfang Oktober abgeschlossen sein.

Bei der Addiko Bank, wo sich die RBI im monatelangen Bieterkampf gegen den slowenischen Konkurrenten NLB durchgesetzt hat, soll demnächst in die nächste Phase starten. Die Annahmefrist für die Aktionäre ist am Mittwoch ausgelaufen, allerdings gibt es eine dreimonatige Nachfrist, in der das Angebot der RBI von den Anteilseignern, die noch nicht angedient haben, noch angenommen werden kann. Zudem müssen in den kommenden Monaten Genehmigungen von den Regulatoren und eine Fusionsfreigabe eingeholt werden.

Russland-Geschäft wieder mit Gewinn

Das Russland-Geschäft werde indes weiter abgebaut, so die Bank. Das Kreditgeschäft ging seit Jahresbeginn von 2,6 auf 2,5 Mrd. Euro zurück. Die Einlagen liegen mit 10,9 Mrd. Euro deutlich über den Ausleihen. Unterm Strich schrieb die Bank aber wieder einen Gewinn von 550 Mio. Euro in Russland, nach einem Minus von 437 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025. Im vergangenen Jahr hatten sich die Strafzahlungen im Rechtsstreit mit Rasperia negativ auf das Ergebnis niedergeschlagen.

In diesem Rechtsstreit mit dem russischen Strabag-Kernaktionär hat die RBI nun zum Gegenschlag ausgeholt. Am gestrigen Donnerstag hat die RBI Rasperia in Österreich auf 3,15 Mrd. Euro Schadenersatz geklagt. Ziel ist es, mit dem Geld jenen Schaden kompensieren, der ihrer Tochter in Russland durch Rasperia-Klagen entstanden ist.

Einnahmen ohne Russland gestiegen

Ohne Russland hat die Bank zum Halbjahr mehr eingenommen. Der Zinsüberschuss legte um 5,5 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zu, der Provisionsüberschuss zog um 10,3 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro an. Das Betriebsergebnis erhöhte sich ebenfalls um 10,3 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro.

Die Risikokosten blieben mit 110 Mio. Euro in etwa auf dem Wert des Vorjahres (1. Hj 2025: 108 Mio. Euro). Die Quote notleidender Kredite sank von 1,7 Prozent zum Jahresende 2025 auf 1,6 Prozent. Auch die Kapitalausstattung blieb mit einer harten Kernkapitalquote von 15,5 Prozent stabil.

Ausblick

Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem Zinsüberschuss von über 4,4 Mrd. Euro und einem Provisionsüberschuss von rund 2,2 Mrd. Euro. Das Kundenkreditgeschäft soll ohne Berücksichtigung der Zukäufe um 7 Prozent wachsen. Für die harte Kernkapitalquote werden 14,3 Prozent angepeilt - hier unter Berücksichtigung der Akquisitionsprojekte und unter der Annahme einer kompletten Entkonsolidierung des Russland-Geschäfts.

(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0949-26) bel/kre

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