ROUNDUP: BMW-Ergebnis bricht mit China-Schwäche ein - Aktie vorbörslich im Minus
Der Autobauer BMW
Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um 39 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro, unter dem Strich rutschte der Überschuss um mehr als ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro ab. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic behielt die im Juni wegen der China-Probleme gesenkte Konzernprognose bei.
Vor allem die Geschäfte in China liefen für die Münchner zuletzt schlecht. Der weltgrößte Automarkt, der früher regelmäßig für sprudelnde Gewinne gesorgt hatte, ist für BMW - wie für die anderen deutschen Hersteller - inzwischen zum Sorgenkind geworden, weil die Verkäufe dort einbrechen, während sich der Wettbewerb zuletzt immer weiter verschärft hat. Der BMW-Absatz war dort im zweiten Quartal um fast ein Drittel eingebrochen.
Schwerer Einstieg für den neuen Chef
Es ist ein schwerer Einstand für den neuen BMW-Chef Nedeljkovic, der Mitte Mai vom Produktionsvorstand zum Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen ist. In den nicht einmal drei Monaten seiner Amtszeit musste er schon eine herbe Gewinnwarnung verkünden, und erst vortags wurde aus Unternehmenskreisen bekannt, dass BMW weltweit 8.000 Stellen abbauen will. Dazu legt der Konzern unter anderem ein Abfindungsprogramm in Deutschland auf.
Jetzt äußerte sich auch Nedeljkovic direkt zu den Plänen. "Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein." Die Rahmenbedingungen für BMW würden sich in den kommenden Jahren verschärfen.
Auch Finanzvorstand Walter Mertl verwies auf den verschärften Wettbewerb. "Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis", sagt er. Schon vergangenes Jahr war die Zahl der Mitarbeiter bei BMW gesunken.
Lange war BMW etwas besser als die beiden anderen großen deutschen
Autokonzerne Mercedes-Benz
Früher wurde deutlich mehr verdient
Doch trotz allem steckt BMW derzeit in einer Abwärtsspirale. Wie steil sie ausfällt, macht ein Blick in den Rückspiegel klar. Im gerade abgelaufenen Halbjahr machten die Münchner insgesamt 2,9 Milliarden Euro Gewinn. 2025 waren es noch 4,0 Milliarden Euro, 2024 satte 5,7 Milliarden und 2023 sogar 6,6 Milliarden.
Hoffnung setzt BMW unter anderem auf die Fahrzeuge der Elektroautogeneration "Neue Klasse". Das erste Modell iX3 ist inzwischen mehr als 50.000-mal gebaut worden. Die Zahl der Bestellungen insgesamt soll sich sogar schon auf dem Weg zur 100.000 befinden.
Eine schnelle Erholung ist insgesamt aber nicht in Sicht. Zum einen werden die Belastungen aus der geplanten Restrukturierung im zweiten Halbjahr aufs Ergebnis drücken. Zum anderen ist der weltweite Automarkt derzeit zu herausfordernd, um eine schnelle Kehrtwende hinzulegen.
Erst zu Beginn des kommenden Jahrzehnts wird BMW wohl den eigenen Plänen zufolge wieder in alter Stärke dastehen: Dann soll die operative Gewinnmarge im Autogeschäft wieder den strategischen Zielbereich von 8 bis 10 Prozent erreichen, wie Nedeljkovic in seiner Rede ausführte./men/ruc
ISIN DE0005190003
AXC0099 2026-07-30/08:38
Relevante Links: BMW AG, Volkswagen AG, Mercedes-Benz Group