Aktien Frankfurt: Gute Quartalszahlen helfen über schwierige Geopolitik hinweg
Gut aufgenommene Quartalszahlen von
Unternehmen haben den Dax am Mittwoch gestützt und
neue geopolitische Sorgen etwas in den Hintergrund gedrängt. Der
deutsche Leitindex gewann am Nachmittag 0,16 Prozent auf 25.505
Punkte.
Neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA ließen jedoch die
Preise für Öl und Gas wieder steigen und drückten deshalb etwas auf
die Stimmung. Hinzu kamen am frühen Nachmittag wieder aggressive
Worte von US-Präsident Donald Trump in Richtung Iran. Vorsicht
herrscht außerdem vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend
und den nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen großer
US-Technologiefirmen.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stand am
Mittwoch zuletzt knapp im Plus bei 32.416 Punkten. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,5 Prozent.
Bei der zweiten Zinsentscheidung der Fed unter dem neuen
Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen die meisten Beobachter erneut nicht
mit einer Änderung beim Leitzins, sodass dieser zum fünften Mal in
Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte. Die
Diskussion über eine mögliche Zinserhöhung hat zuletzt aber wieder
zugenommen. Der Iran-Krieg sorgt weiter für große Verunsicherung.
Quartalszahlen von Rheinmetall überzeugten am
Nachmittag die Anleger. Die Düsseldorfer steigerten Umsatz und
operativen Gewinn dank des Rüstungsbooms deutlich. Der Aktienkurs
zog an der Dax-Spitze um 5,5 Prozent an und löst sich damit weiter
aus dem Abwärtstrend seit dem Jahreshoch im Januar.
Die Deutsche Bank erzielte im zweiten Quartal dank ihrer
Investmentbank überraschend einen Gewinn auf Rekordniveau. Anleger
zeigten sich erfreut: Die Aktien gewannen 3,2 Prozent.
Der Energiekonzern RWE blickt nach einem unerwartet
gut verlaufenen Halbjahr positiver auf 2026 und 2027. Die Aktien
gewannen 2,4 Prozent. BASF legten nach detaillierten
Quartalszahlen um 4,3 Prozent zu. Der Chemiekonzern startet zudem
ein neues Aktienrückkaufprogramm.
Die Anteile des Medizintechnik-Unternehmens Siemens Healthineers
reagierten mit plus 3,5 Prozent auf besser als
erwartet ausgefallene Zahlen des US-Konkurrenten GE Healthcare
.
Ein Festhalten an den Jahresprognosen schien im MDax die Anleger von
Auto1 zu irritieren. Die Papiere des
Internet-Gebrauchtwagenhändlers brachen um 8,8 Prozent ein. Die
Eckdaten für das zweite Quartal seien gut, so die Analysten von
Jefferies. Deshalb dürfte man sich fragen, warum das Management an
den Zielen für 2026 nichts geändert habe.
Der Windturbinen-Hersteller Nordex verdiente im
zweiten Quartal überraschend viel und bestätigte die Prognose. Die
Aktien gewannen 6,3 Prozent.
Im SDax schnellten Shelly Group um
rund 11 Prozent hoch. Grund ist ein Interesse des
Elektrotechnikkonzerns Schneider Electric an dem Unternehmen. Es liefen vorläufige Gespräche mit den
Franzosen über ein mögliches Kaufangebot, teilte Shelly mit.
Nach unten um fast 10 Prozent ging es in dem Nebenwerteindex für die
Titel des Spezialpharma-Unternehmens Medios , das nach
einem durchwachsenen Halbjahr mit weniger Gewinn im laufenden Jahr
rechnet./ajx/mis