ROUNDUP 2: BASF kommt beim Konzernumbau voran - Rückkauf eigener Aktien
(neu: Aussagen aus der Pressekonferenz, Aktienkurs, Analysten)
LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF
Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 baute der Dax
Bis Ende 2026 will der Konzern jährliche Kosten in Höhe von 2,3 Milliarden Euro einsparen. Bis Ende Juni hat BASF davon laut dem BASF-Chef bereits rund zwei Milliarden erreicht.
Vor zwei Wochen hatte BASF vorläufige Zahlen vorgelegt und das Jahresgewinnziel erhöht. Diese bestätigte das Unternehmen nun.
Zuletzt stieg die Aktie um 4,1 Prozent auf 50,98 Euro. Neben der Quartalsbilanz und der Ankündigung des Aktienrückkaufs kamen den Papieren auch der wieder steigende Preis für Öl und Gas indirekt zugute. Analysten sehen etliche Hersteller von Chemikalien als Profiteure steigender Öl- und Gaspreise. Gerade Unternehmen mit Produktionsstandorten in Europa profitieren schon eine Weile von Engpässen der asiatischen Konkurrenz infolge des Iran-Krieges und den Transportproblemen für Rohöl aus Nahost nach Asien.
Im zweiten Quartal konnte BASF - wie bereits bekannt - den Umsatz
dank höherer Preise und Mengen um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden
Euro steigern. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) legte um gut die Hälfte auf 2,45 Milliarden
Euro zu. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von
gut 4,1 Milliarden Euro nach nur 79 Millionen vor einem Jahr. Dabei
profitierte BASF vor allem von dem milliardenschweren Verkauf von 60
Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den
US-Finanzinvestor Carlyle
Für das laufende Jahr peilt der Vorstand für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an. 2025 hatte BASF ein operatives Ergebnis von 6,6 Milliarden ausgewiesen. Der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr weiter 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro betragen und damit die 1,3 Milliarden aus dem Vorjahr übertreffen.
Trotz des angehobenen Gewinnziels hatte der Konzern bei Vorlage von Eckzahlen vor zwei Wochen gewarnt, dass die Entwicklung der Weltkonjunktur und der regionalen Chemiemärkte im zweiten Halbjahr mit hoher Unsicherheit behaftet sei. Diese hänge vor allem von den Ergebnissen der Verhandlungen zwischen den USA und Iran ab. Eine besondere Rolle spiele die Straße von Hormus und die Frage, ob sie für den Handel mit Öl und anderen Rohstoffen nutzbar sei.
Neben einem Stellenabbau vor allem in Ludwigshafen setzt der Konzern auch schon seit längerem auf einen Umbau. So hat BASF Ende Juni den Teilverkauf seines Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts abgeschlossen. Die restlichen 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens gehören weiterhin dem Dax-Konzern. Auch will BASF sein Geschäft mit der Landwirtschaft an die Frankfurter Börse bringen - bis Mitte 2027 sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen sein.
Den angekündigten Verkauf von Werkswohnungen setzte BASF erst jüngst zum Teil aus. Das Geschäft würde derzeit nicht den angestrebten Mehrwert erzielen, hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt. Die Voraussetzungen am Immobilien- und Kapitalmarkt hätten sich in den vergangenen Monaten maßgeblich verändert. Eigentlich will der Konzern sich mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Stammwerk zu stärken. Bei Gewerkschaften und Landespolitik war der geplante Wohnungsverkauf auf Kritik gestoßen.
BASF kämpft mit Kostendruck, Überkapazitäten am Weltmarkt, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk. Erst im Mai hatte der Konzern ein weiteres Sparprogramm angekündigt, das die Kosten im Kerngeschäft bis zum Jahr 2029 im Vergleich zu 2024 um bis zu 20 Prozent drücken soll. Das Unternehmen habe bereits im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Ausgaben um vier Prozent gesenkt, erläuterte Manager Kamieth. So harmonisiere BASF Prozesse und standardisiere Systeme und Prozesse. Zudem erhöhe der Konzern seine Flexibilität bei der Organisation und Verteilung von Aufgaben.
Auch der niedrige Rheinpegel bleibt ein Thema. Finanzvorstand Dirk Elvermann sagte, BASF sei deutlich besser vorbereitet als 2018 und nutze neben Spezialschiffen verstärkt Schiene, Lkw und Pipelines als alternative Transportmöglichkeiten. Die Logistikkosten stiegen zwar, größere wirtschaftliche Schäden gebe es derzeit aber nicht.
Derweil will BASF im August ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro starten. Der Rückkauf soll bis Ende April 2027 abgeschlossen werden. Er sei Teil des im September 2024 angekündigten Programms von insgesamt vier Milliarden Euro bis Ende 2028. Die zurückgekauften Aktien sollen eingezogen werden.
BASF hatte im September 2024 angekündigt, von 2025 bis 2028 insgesamt 12 Milliarden Euro an die Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen auszuschütten, davon rund 8 Milliarden als Dividenden und mindestens 4 Milliarden durch Rückkäufe. Von November bis Juni seien davon bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden zurückgekauft worden, hieß es./mne/men/tav/jha/
ISIN DE000BASF111
AXC0221 2026-07-29/13:56
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