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ROUNDUP: BASF kommt beim Konzernumbau voran - Rückkauf eigener Aktien

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF kommt beim Konzernumbau voran. "Wir haben unsere Kosten gesenkt, die Investitionsausgaben reduziert und die Auslastung unserer Anlagen erhöht", sagte Unternehmenschef Markus Kamieth zur Vorlage der endgültigen Zahlen zum zweiten Quartal am Mittwoch in Ludwigshafen. Im ersten Halbjahr 2026 habe BASF mehr Stellen abgebaut als in den beiden Vorjahren zusammen. Zudem kündigte das Unternehmen an, ab August weitere eigene Aktien zurückzukaufen. Der Aktienkurs legte kurz nach dem Handelsstart um rund 3 Prozent zu.

Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 baute der Dax-Konzrn weltweit rund 7.000 Stellen ab. Nicht enthalten seien darin Personalrückgänge infolge von Verkäufen von Unternehmensteilen sowie der Personalaufbau am Verbundstandort in Zhanjiang, hieß es. Die Zahl der Vollzeitstellen bei der BASF SE in Ludwigshafen fiel dabei im Mai erstmals seit dem Jahr 1954 auf unter 30.000.

Bis Ende 2026 will der Konzern jährliche Kosten in Höhe von 2,3 Milliarden Euro einsparen. Vor zwei Wochen hatte BASF bereits vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und das Jahresgewinnziel erhöht. Diese bestätigte das Unternehmen nun.

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz wegen höherer Preise und Mengen um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um gut die Hälfte auf 2,45 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von gut 4,1 Milliarden Euro nach nur 79 Millionen Euro vor einem Jahr. Dabei profitierte BASF vor allem von dem milliardenschweren Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle .

Für das laufende Jahr peilt der Vorstand für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an. 2025 hatte BASF ein operatives Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro betragen und damit die 1,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr übertreffen.

Trotz des angehobenen Gewinnziels hatte der Konzern bei Vorlage von vorläufigen Quartalskennziffern vor zwei Wochen gewarnt, dass die Entwicklung der Weltkonjunktur und der regionalen Chemiemärkte im zweiten Halbjahr 2026 mit hoher Unsicherheit behaftet sei. Diese hänge vor allem von den Ergebnissen der Verhandlungen zwischen den USA und Iran ab. Eine besondere Rolle spiele die Straße von Hormus und die Frage, ob sie für den Handel mit Öl und anderen Rohstoffen nutzbar sei.

Neben einem Stellenabbau vor allem im Stammwerk Ludwigshafen setzt das Unternehmen auch schon seit längerem auf einen Konzernumbau. So hat BASF Ende Juni den Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an Carlyle abgeschlossen. Die restlichen 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Namen Surventis gehören weiterhin BASF. Auch will der Konzern sein Geschäft mit der Landwirtschaft an die Frankfurter Börse bringen - bis Mitte 2027 sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen sein.

Den angekündigten Verkauf von Werkswohnungen setzte BASF erst jüngst zum Teil aus. Das Geschäft würde derzeit nicht den angestrebten Mehrwert erzielen, hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt. Die Voraussetzungen am Immobilien- und Kapitalmarkt hätten sich in den vergangenen Monaten maßgeblich verändert. Eigentlich will der Konzern sich mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Stammwerk zu stärken. Bei Gewerkschaften und Landespolitik war der geplante Wohnungsverkauf auf Kritik gestoßen.

Derweil will BASF im August ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro starten, teilte der im Dax notierte Konzern am Mittwoch ebenfalls mit. Der Rückkauf soll bis Ende April 2027 abgeschlossen werden. Es sei Teil des im September 2024 angekündigten Programms in Höhe von insgesamt vier Milliarden Euro bis Ende 2028. Die zurückgekauften Aktien möchte das Unternehmen einziehen. Damit soll das Grundkapital entsprechend herabgesetzt werden.

BASF hatte im September 2024 angekündigt, von 2025 bis 2028 insgesamt 12 Milliarden Euro an die Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen auszuschütten, davon rund 8 Milliarden Euro als Dividenden und mindestens 4 Milliarden Euro durch Aktienrückkäufe. Im Zeitraum von November 2025 bis Juni 2026 seien davon bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft worden./mne/men/mis

 ISIN  DE000BASF111

AXC0101 2026-07-29/09:13

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