Wiener Börse - ATX verliert 0,32 Prozent / Lenzing mit starken Abschlägen - Energiewerte durch fallende Ölpreise unter Druck
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Die Wiener Börse hat den Handel am Dienstag mit Verlusten beendet. Massive Verluste bei Lenzing und schwache Energiewerte hielten den Leitindex ATX mit minus 0,32 Prozent bei 6.334,06 Punkten. Der breiter aufgestellte ATX Prime verlor 0,24 Prozent auf 3.123,90 Zähler. An den europäischen Börsen zeigte sich keine einheitliche Richtung.
International für etwas Entspannung und fallende Ölpreise sorgt die Situation im Nahen Osten. Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump nämlich einmal mehr zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert.
Zudem wartet man auf die morgige Sitzung der US-Notenbank Fed. Auf der zweiten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird erneut keine Leitzinsänderung erwartet. Ökonomen rechnen überwiegend damit, dass die US-Notenbanker den Leitzins zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten werden.
In Österreich sorgt der Faserhersteller Lenzing mit seiner gestrigen Ankündigung von einem Personalabbau von 2.000 Jobs bis Ende 2027 für Gesprächsstoff. Außerdem soll am Standort Heiligenkreuz im Burgenland Ende 2026 die Produktion auslaufen. Ende 2027 soll der englische Standort Grimsby folgen. Der burgenländische Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth hat am Dienstag von einer "erschreckenden Nachricht" gesprochen. Das Land Burgenland will den Standort in Heiligenkreuz erhalten und kann sich dafür auch eine Beteiligung vorstellen, sollte kein Investor gefunden werden.
Lenzing gaben zum Handelsschluss 14,1 Prozent ab. Zur Stärkung der Finanzstruktur will Lenzing auch eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten in Höhe von bis zu 300 Mio. Euro durchziehen. Für die Analysten der Deutschen Bank Research kommt der Absturz nicht überraschend. Sie haben in einem Kommentar eine negative Börsenreaktion auf die gestrige Ankündigung erwartet, sehen eine strategische Neuausrichtung nach mehreren Verlustjahren des Konzerns aber generell positiv.
Auch Palfinger gaben nach Zahlen starke 9,8 Prozent nach. Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat im zweiten Quartal die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen. Dennoch sank der Konzerngewinn im ersten Halbjahr nur leicht um 4 Prozent auf 48 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf rund 1,17 Mrd. Euro. "Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert", so Palfinger-Chef Andreas Klauser.
Weiter im Minus fanden sich auch die Papiere des heurigen "ATX-Stars" AT&S, die weitere Gewinnmitnahmen zu spüren bekamen. AT&S verloren 7,3 Prozent.
Die sinkenden Ölpreise drückten zudem auf die Kurse der heimischen Energiewerte. SBO verloren 3,9 Prozent, OMV 1,2 Prozent, Verbund ebenfalls 1,2 Prozent und EVN 1,0 Prozent. Damit liefen die Werte im Windschatten des Stoxx Europe 600 Oil&Gas, der heute mit minus 2,4 Prozent der schwächste Branchenwert in Europa war.
An der Spitze des ATX standen Raiffeisen Bank International (RBI) mit guten plus 3,6 Prozent. Die weiteren schwergewichteten Bankenwerte waren unterschiedlich gelaunt. BAWAG fanden sich mit 0,4 Prozent im Plus, Erste Group mit 0,6 Prozent im Minus.
Die Aktien des Caterers Do&Co wurden heute ex-Dividende gehandelt und lagen bei minus 1,2 Prozent.
moe/spa
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