Aktien Frankfurt: Dax gibt Gewinn ab - Zurückhaltung vor Fed und Techwerten
Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger am
Dienstagnachmittag vorsichtiger geworden. Die zur Wochenmitte
anstehende Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed und die
erwarteten Quartalsberichte weiterer US-Schwergewichte aus dem
Techsektor werfen ihre Schatten voraus.
Nach einem guten Vormittag im Zuge weiter nachgebender Energiepreise
und sinkender Inflationsgefahr kam der Dax wie schon
zu Wochenbeginn letztlich über die Marke von 25.550 Punkte kaum
hinaus. Zuletzt gab er seine Gewinne nahezu vollständig ab beim
Stand von 25.370 Punkten.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,73
Prozent auf 32.341 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
gab um 0,2 Prozent nach.
Weltweit leiden Aktien mit KI-Bezug unter Sorgen vor wachsender
China-Konkurrenz und ausufernden Finanzierungsnotwendigkeiten. Im
Dax wurden Infineon mit minus 5,6 Prozent davon mit
nach unten gezogen. Siemens Energy , bisher ein
Profiteur des hohen Strombedarfs von KI-Rechenzentren, büßten 4,2
Prozent ein.
Am Mittwoch und Donnerstag folge der nächste Härtetest, wenn mit
Microsoft , Meta , Apple
und Amazon vier der wichtigsten Tech-Konzerne der
Welt ihre Quartalszahlen vorlegen, kommentierte der
Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Nach den
ersten Rissen im KI-Boom dürften genau diese Zahlen den Takt für die
Börsen in den kommenden Tagen und Wochen vorgeben. Sie werden
zeigen, ob der KI-Zug wieder Fahrt aufnimmt - oder ob aus Euphorie
endgültig Skepsis wird."
Im vorderen Dax-Feld verbuchten am Dienstag Aktien aus der "Old
economy", insbesondere Autowerte, deutliche Kursgewinne nach gut
aufgenommenen Quartalszahlen von Mercedes . Mercedes
kappte nach einem schwachen Quartal zwar die Umsatzprognose, das
Pkw-Margenziel steht aber. Händler und Analysten waren zufrieden,
die Anteile gewannen 2,6 Prozent nach zuvor noch höherem Zuwachs.
Andere Autowerte wie BMW , Volkswagen
sowie Daimler Truck legten ebenfalls kräftig zu.
Auf dem ersten Platz im Dax standen die Aktien von Rheinmetall
mit einem Plus von 4 Prozent; sie könnten nun ihren
seit Januar laufenden Abwärtstrend brechen. Rüstungswerte waren
insgesamt gefragt.
Beiersdorf und Henkel zogen infolge
starker Quartalszahlen des britischen Konsumgüterherstellers
Unilever um 2,4 beziehungsweise 1,6 Prozent an.
Software- und IT-Aktien waren wie schon am Vortag überwiegend stark.
Für die Papiere von Nemetschek ging es nach der
Bekräftigung der Jahresziele um mehr als 5 Prozent nach oben;
inklusive eines Zukaufs wurden die Ziele angepasst. Bechtle
sprangen gar um mehr als 14 Prozent hoch, nachdem der
IT-Dienstleister die Prognose für das Gesamtjahr erhöht hatte.
Teamviewer wies einen weiteren Umsatzrückgang aus,
ließ die Prognose aber unverändert. Die Papiere drehten nach
schwachem Start letztlich klar ins Plus und gewannen am Nachmittag
mehr als 3 Prozent.
Exane BNP Paribas stufte die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius
Medical Care (FMC) von "Neutral" auf "Underperform"
ab. FMC gaben daraufhin um 2,2 Prozent nach. In die andere Richtung
mit plus 4,5 Prozent ging es für die Titel des Düngerherstellers K+S
, hier votiert Exane BNP nun mit "Outperform" statt
zuvor "Underperform"./ajx/jha/