ROUNDUP/Ferienhäuser im Trend: Auf Nummer sicher im Inland
Iran-Krieg, Hitzewellen und Waldbrände: Die unsichere Lage wirkt für Vermieter von Ferienwohnungen und -häusern im Inland derzeit wie ein Sonder-Konjunkturprogramm. Gestützt auf Umfragen und Studien berichten Verbände von einer stark steigenden Nachfrage und werden dabei von den Statistikbehörden gestützt. Gefragt sind klassische Feriengebiete am Meer und in den Bergen, wobei die Ansprüche der Kunden steigen.
Auf der Grundlage europäischer Buchungszahlen berichtet das
Statistische Bundesamt von 68,3 Millionen Übernachtungen im
vergangenen Jahr allein über die Online-Plattformen Airbnb
Hitzewellen als neuer Buchungsanlass
"Nach einer gewissen Zurückhaltung zu Jahresbeginn buchen die Menschen jetzt sehr kurzfristig in Deutschland", sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Ferienhausverbandes, Michelle Schwefel. Ein zunehmend wichtiger Faktor seien die Hitzewellen, denen gerade Städter in naturnahe Unterkünfte entfliehen wollten. Auch eine stabile Hochdruck-Wetterlage führe schnell zu zusätzlichen Kurzfrist-Buchungen, wie Fremdenverkehrsbüros an der Nordsee berichten.
Die Sorge um steigende Urlaubskosten treibe Reisende vermehrt zu heimischen Reisezielen, hat eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Ferienhausanbieters HomeToGo ergeben. Das Ferienhaus werde zum finanziellen Schutzschild, mit dem insbesondere Familien auf "Nummer sicher" gehen könnten. Internationale Reisen würden durch Urlaube in Deutschland ersetzt und Flugreisen gemieden.
Mittlerer Tagespreis bei 160 Euro
So richtig billig ist aber auch Ferienhausurlaub nicht: Für die Sommermonate Juni bis August hat HomeToGo einen mittleren Tagespreis (Median) von 160 Euro pro Unterkunft an der Ostsee und 138 Euro an der Nordsee festgestellt. Auch im Allgäu werden 160 Euro aufgerufen. Etwas günstiger ist es an Inlandszielen wie Harz, Eifel oder Mosel.
Der Suchanteil für deutsche Reiseziele ist auf der Plattform im laufenden Jahr um 5,4 Punkte auf 32,5 Prozent aller Suchanfragen gestiegen, berichtet HomeToGo-Sprecher Jonas Upmann. Es folgen mit deutlichem Abstand die Klassiker Italien (16 Prozent) und Kroatien (12 Prozent).
Hunde häufig erlaubt
Für den Urlaub im Ferienhaus sprächen verschiedene Faktoren, sagt Verbandsfrau Schwefel. Gerade kleinere Kinder fänden mehr Freiraum, Tiere seien häufig erlaubt, und Familien könnten sich einfacher selbst versorgen. Weil eine Ausstattung mit WLAN längst zum Standard geworden ist, könne auch das Homeoffice an den Ferienort verlegt werden.
Fragmentierter Markt
Mit den Daten von drei großen Internet-Anbietern wird der stark fragmentierte Ferienhausmarkt längst nicht vollständig abgedeckt. Gerade in gefragten Ferienregionen mischen kleinere Agenturen und Plattformen der Fremdenverkehrsverbände kräftig mit.
Die Statistiker in Wiesbaden sehen in den Daten dennoch eine wichtige Ergänzung zur offiziellen Übernachtungsstatistik, die nur Betriebe mit mindestens zehn Betten berücksichtigt. Im vergangenen Jahr wurden dort insgesamt knapp 500 Millionen Übernachtungen registriert.
Von den Übernachtungen, die über die drei beobachteten Portale gebucht wurden, fanden 94 Prozent oder 64,1 Millionen in kleineren Einheiten statt, wurden also in der amtlichen Statistik nicht erfasst. Nach Einschätzung des Ferienhausverbandes werden 82 Prozent der insgesamt 2,6 Millionen Ferienhaus-Betten von privaten Gastgebern vermietet./ceb/DP/mis
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AXC0124 2026-07-28/12:13
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