ROUNDUP/Aktien New York: Dow profitiert von Ölpreisen - Nasdaq unter Druck
Sinkende Ölpreise wegen neuer Hoffnung auf eine
Deeskalation im Nahen Osten haben am Montag an den US-Börsen nur den
Standardwerten geholfen. Im Technologiesektor wirkte die Chipbranche
im frühen Handel wegen neuer Sorgen vor Billigkonkurrenz aus China
als Bremsklotz. Erholen konnten sich nur Tech-Werte aus der
Software- und Internetbranche.
Eine erneute Feuerpause im Krieg zwischen den USA und dem Iran
verhalf dem Leitindex Dow Jones Industrial zu einem
Plus, das nach etwas mehr als einer Handelsstunde noch ein halbes
Prozent auf 52.194 Punkte betrug. Er knüpfte damit an seine
Kursgewinne vom vergangenen Freitag an.
Andere Indizes konnten ihre Anfangsgewinne nicht verteidigen: Der
marktbreite S&P 500 sank zuletzt um 0,2 Prozent auf
7.398 Zähler. Vor allem machten sich die China-Sorgen an der Nasdaq
bemerkbar. Der Nasdaq 100 verlor unter dem Gewicht
der Chipwerte 1,1 Prozent auf 27.811 Punkte.
Im Technologiesektor droht die neue Börsenwoche ohnehin weiter
unruhig und schwankungsreich zu bleiben. Denn in den kommenden Tagen
stehen zahlreiche Quartalszahlen auf der Agenda, unter anderem von
den Schwergewichten Microsoft , Meta
und Apple . Hinzu kommt am Mittwoch die
Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, auf die sich der Gesamtmarkt
bereits vorbereitet.
Unter den Einzelwerten gehörten im Dow zwar einige Tech-Werte zu den
Stützen, diese kamen mit Salesforce , Alphabet
und Microsoft aber eher aus dem Software- und
Internetsektor. Ganz anders sah das Bild bei Chipwerten aus. Nvidia
war unter den "Magnificent 7" mit einem Kursrutsch um
4,2 Prozent das abgeschlagene Schlusslicht. Aktien weiterer
Branchengrößen wie AMD und Micron
büßten sogar bis zu 8,5 Prozent ein.
Zum Thema im Chipsektor wurden ein Bericht des Magazins "The
Information" über eine beginnende Produktion von
Immersions-DUV-Lithografiesystemen in China. Dieser drückte den Kurs
des europäischen Chipindustrie-Ausrüsters ASML in
Amsterdam mit mehr als acht Prozent ins Minus. Unter Anlegern geht
die Befürchtung um, dass die Anlagen des Unternehmens mehr und mehr
ersetzt werden könnten, wenn die Chinesen es schaffen, in eine
Massenproduktion überzugehen.
Im Standardwertebereich waren die Aktien der Autobauer Ford
und General Motors mit Kursgewinnen
von zuletzt 0,5 respektive 2,1 Prozent auffällig. Jefferies empfahl
beide am Montag zum Kauf wegen neuer Zuversicht des Analysten
Philippe Houchois.
Um rund 40 Prozent sprangen die Anteile von Forte Biosciences
hoch. Der Biotech-Konzern Argenx will
das US-Unternehmen für 77 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 2,2
Milliarden Dollar in bar erwerben, um seine Immonologie-Pipeline zu
erweitern. Diesem Preis näherte sich der Forte-Kurs bis auf wenige
Cent./tih/he