ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholt ins Wochenende - Ölpreisrückgang hilft
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Freitag einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder wettgemacht.
Rückenwind kam von wieder deutlich rückläufigen Ölpreisen, auch wenn
ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und
dem Iran weiterhin nicht absehbar ist. Obendrein überzeugten die
Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum und Großbritannien.
"Die Eurozone schlägt sich gut in Anbetracht der Umstände", sagte
Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein.
Hiobsbotschaften seien ausgeblieben. Zu Großbritannien konstatierte
Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets, dass sich die
Konsumfreudigkeit dort insgesamt wieder aufgehellt habe.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,14
Prozent auf 6.280,94 Punkte, was im Wochenverlauf ein Plus von 0,8
Prozent bedeutet. Außerhalb des Euroraums rückte der schweizerische
SMI am Freitag um 0,79 Prozent auf 14.327,20 Punkte
vor. Der britische FTSE 100 kletterte um 0,91 Prozent
auf 10.736.23 Punkte nach oben, womit sein Wochenplus 1,3 Prozent
beträgt. Unterstützung kam hier durch einen Anstieg der von S&P
Global ermittelten Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den
Dienstleistungssektor im Juli.
Unter den Branchen in Europa gab es fast ausschließlich Gewinner.
Der Telekomsektor ragte hingegen mit deutlich negativem Vorzeichen
heraus. Vor allem ein starker Verluste beim Schwergewicht Nokia
schlug zu Buche. Die Aktie des Netzwerkausrüsters,
der tags zuvor Quartalszahlen vorgelegt und mit einem beibehaltenen
KI-Ausblick enttäuscht hatte, sackte um 5,5 Prozent ab. Dennoch
bleibt damit ein Kursgewinn seit Jahresbeginn von bald 50 Prozent.
Zudem sackten in Amsterdam die Anteile des Beleuchtungsspezialisten
Signify um 8,8 Prozent ab. Sie fanden nur knapp über
ihrem Rekordtief aus dem Frühjahr 2020 Halt. Analysten sehen in dem
schwachen Quartalsbericht eine weitere Enttäuschung, wobei sie
insbesondere die rückläufige Profitabilität monierten.
In Paris enttäuschten die Quartalszahlen von Carrefour
, die um 4,9 Prozent nachgaben. Die Analysten von RBC
verwiesen auf das enttäuschende operative Ergebnis für das erste
Halbjahr des Einzelhändlers.
Sanofi verloren im freundlichen Gesamtmarkt 0,4
Prozent. Dass relativ geringe Minus trotz der gestoppten klinischen
Entwicklung von Amlitelimab gegen atopische Dermatitis wurde damit
begründet, dass dies nach zwei Krebsfällen keine Überraschung mehr
gewesen sei.
Positives kam aus der Softwarebranche. SAP überzeugte
mit Quartalszahlen. Zudem bauten die Aktien der französischen
Dassault Systemes ihre Kursgewinne vom Vortag mit
einem Plus von knapp 8 Prozent weiter aus. Dassault hatte tags zuvor
mit seinem zweiten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen und
die Übernahme des Softwareunternehmens ArisGlobal für bis zu 2
Milliarden US-Dollar bekannt gegeben./ck/he