, dpa-AFX

Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne nach Ölpreisrückgang

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Freitag nach den jüngsten kräftigen Verlusten etwas erholt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,13 Prozent auf 124,39 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 3,18 Prozent. Am Vortag hatte sie den höchsten Stand seit 2011 erreicht.

Gestützt wurden die Kurse durch die gesunkenen Ölpreise. Diese gaben nach, nachdem sie am Freitag angesichts der verschärften Lage im Nahen Osten deutlich gestiegen waren. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent sank wieder unter 100 US-Dollar. Der jüngste Ölpreis-Schub hatte an den Märkten Konjunktur- und Inflationssorgen geschürt. Der Rückgang am Freitag dämpfte wieder etwas die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen weiter erhöhen könnte. Am Donnerstag hatte die EZB ihre Zinsen nicht angetastet, die Tür für künftige Zinserhöhungen aber offen gelassen.

"Aufgrund der zwischenzeitlichen Öffnung der Straße von Hormus haben viele Unternehmen sicherlich darauf gesetzt, dass sich die Lage schnell stabilisiert", kommentierte Vincent Stamer, Volkswirt bei der Commerzbank. Er verweist auf den Zeitraum der Datenerhebung. Viele Befragten könnten die jüngsten Ölpreissprünge noch nicht berücksichtigt haben. "Mit jedem Tag neuer Gefechte und einer Ausweitung des Konflikts auf das Rote Meer dürfte sich auch die Lage für die europäische Wirtschaft wieder verschlechtern", schrieb Stamer./jsl/he

 ISIN  DE0009652644

AXC0210 2026-07-24/17:17

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.