ROUNDUP/Aktien New York: Dow leicht erholt - Nasdaq leidet unter Gewinnmitnahmen
An der New Yorker Wall Street hat sich am
Freitag das Auf und Ab mit einem Erholungsversuch nach dem
Rückschlag am Vortag fortgesetzt. Anleger reagierten mit einer
gewissen Erleichterung auf die wieder rückläufigen Ölpreise. So sank
der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent deutlich unter die
Marke von 100 US-Dollar. Im Technologie-Sektor herrschte ungeachtet
der starken Quartalsbilanz von Intel weiter Vorsicht nach dem
starken Lauf von Aktien mit KI-Bezug.
Der Dow Jones Industrial legte im frühen Handel um
0,1 Prozent auf 51.775 Punkten zu, nachdem der bekannteste
Wall-Street-Index am Donnerstag noch auf den tiefsten Stand seit
einem Monat gefallen war. Im Wochenverlauf bahnt sich damit ein rund
einprozentiger Verlust an. Der umfangreich bestückte S&P 500
zeigte sich prozentual unverändert bei 7.409 Zählern.
Der überwiegend von Technologie-Aktien beherrschte Nasdaq 100
weitete seinen rund zweiprozentigen Vortagesverlust
aus und fiel um 1,1 Prozent auf 28.155 Punkte. Bereits tags zuvor
hatten erneut Sorgen rund um den Megatrend Künstliche Intelligenz
(KI) und die dafür notwendigen Investitionen belastet.
Dass die Ölpreise wieder sanken, begründeten Marktbeobachter mit
Gewinnmitnahmen, denn die kriegerischen Auseinandersetzungen in
Nahost gehen unvermindert weiter. Inzwischen versucht US-Präsident
Donald Trump im Konflikt um die Straße von Hormus, den Druck auf den
Iran zu erhöhen.
Entsprechend sehen Experten an den US-Börsen noch keine Rückkehr zu
größerer Risikobereitschaft. Diesbezüglich basieren derzeit
Hoffnungen vor allem auf der Fahrt aufnehmenden Berichtssaison. Nach
den Sorgen, die am Vortag vom Google-Mutterkonzern Alphabet
und dem Elektroautobauer Tesla
bestärkt wurden, gab es zwar nun Erfreulicheres von Intel
und der deutschen SAP , dennoch
entschieden sich Anleger in der Techbranche eher für
Gewinnmitnahmen.
Während die überzeugenden Cloud-Vertragsbücher von SAP auch
Software-Aktien wie Salesforce mit plus 3,0 Prozent
Auftrieb gaben, büßten Intel 2,5 Prozent ein. Zwar
profitierte der Chipriese und Prozessorhersteller weiter kräftig vom
laufenden Boom der KI-Technologien und übertraf mit seinem zweiten
Quartal die Erwartungen deutlich. Doch die Aktie ist seit
Jahresbeginn extrem stark gelaufen, sodass trotz der aktuellen
Verluste immer noch ein Kursplus von 165 Prozent bleibt.
Den Papieren des Konkurrenten AMD erging es genauso:
Sie büßten zuletzt trotz eines viel gelobten Investorentages und
einer Kurszielanhebung durch die Bank of America auf 620 US-Dollar
2,7 Prozent auf 525 Dollar ein. Ihr Plus seit Jahresbeginn beläuft
sich damit aber immer noch auf 145 Prozent.
Unter den Standardwerten gab es Licht und Schatten. So stieg das
Papier von Verizon um 3,0 Prozent und profitierte
davon, dass der Telekom-Anbieter im Mobilfunk- und Breitbandgeschäft
im abgelaufenen Quartal mehr verdient hatte als erwartet.
Die Anteile von American Express dagegen setzten
ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage mit einem Abschlag von 6,4
Prozent fort und waren damit Schlusslicht im Dow Jones. Zwar hob der
Kreditkartenkonzern sein Umsatzziel nach dem ersten Halbjahr an,
doch im zweiten Quartal verfehlten Umsatz und
Netto-Gebühreneinnahmen für Kreditkarten die Markterwartungen./ck/he