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Verbund-Chef für Streichung der Förderungen von Photovoltaikanlagen / "SN": "Photovoltaik am Dach braucht keine Förderung mehr" - Das geplante Google-Projekt sieht Strugl positiv - Um den steigenden Strombedarf zu decken, brauche es neue Anlagen

Verbund-Chef Michael Strugl spricht sich für eine Streichung der Förderungen von Photovoltaikanlagen aus. "Photovoltaik am Dach braucht keine Förderung mehr", sagte er laut "Salzburger Nachrichten". Sie rechneten sich für den Eigenverbrauch in jedem Fall, idealerweise in Kombination mit Speichern, für die Subventionen weiter gerechtfertigt seien. Zum geplanten Google-Projekt in Oberösterreich äußerte sich Strugl positiv, wenngleich der Strombedarf dadurch stark ansteigt.

Das Google-Rechenzentrum in Kronstorf könnte mit bis zu 4,4 Terawattstunden (TWh) einen weit höheren Stromverbrauch haben als bisher bekannt. Steigender Strombedarf sei Teil der Modellierungen für ein zukünftiges Stromsystem, so der Chef des teilstaatlichen Stromkonzerns in dem Interview. "Für 2040 rechnen wir in Österreich mit 123 Terawattstunden Verbrauch, jetzt sind es 70, und einem Ausbau der installierten Leistung von derzeit 33,5 auf 58 Gigawatt", sagte Strugl.

Auf die Frage, woher der saubere Strom kommen soll, sagte Strugl, "es hilft nichts, wir werden Anlagen bauen müssen". Wasserkraft, Windkraft, und Photovoltaik. Er verstehe, dass Windräder oder Stromleitungen nicht allen gefallen würden, sie seien aber wichtig für die Energiesicherheit.

Energiemärkte reagieren "sehr nervös" auf geopolitische Entwicklungen

Zu den Preisentwicklungen sagte der Verbund-Chef, dass die Energiemärkte "sehr nervös" auf geopolitische Entwicklungen reagieren würden. "Wenn im Mittleren Osten Krieg geführt wird, gehen die Primärenergiepreise nach oben und damit auch die Strompreise. Gibt es einen Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen, gehen die Preise wieder runter." Wer bei Verbund den Österreich-Tarif von 10 Cent pro kWh abgeschlossen habe, habe eine Preisgarantie über zwölf Monate. Derzeit steige der Druck wieder. "Am kurzen Ende steigen die Preise, in den Folgejahren sinken sie eher wieder", erwartet Strugl.

Der Verbund gehört zu 51 Prozent der Republik Österreich und zu rund 30 Prozent mehrheitlich staatlichen Versorgern. Krisenbeitrag, Sozialtarif und der Industriestrompreis würden sich ab 2027 für die gesamte Branche mit vorläufig 500 Mio. Euro niederschlagen, sagte Strugl. "Eines muss aber klar sein: Je mehr wir an Zahlungen an die Republik abführen, umso weniger können wir investieren." Staatliche Eingriffe sieht der Vorstandsvorsitzende kritisch. "Markteingriffe sollten nur in Krisen erfolgen, sie sind nicht dauerhaft sinnvoll."

kan/bel

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