ROUNDUP/Aktien New York: Verluste - 'Big Tech'-Sorgen und hohe Ölpreise belasten
Sorgen angesichts weiter kräftig steigender
Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) sowie unvermindert
steigender Ölpreise haben am Donnerstag die US-Börsen spürbar
belastet. Nach einer Erholung am Dienstag und einer abwartenden
Haltung zur Wochenmitte stießen zahlreiche Anleger Aktien ab. Vor
allem Papiere großer Technologiekonzerne wurden verkauft.
Im frühen Handel büßte der Nasdaq 100 , der von den
großen Tech-Konzernen dominiert wird, 1,6 Prozent auf 28.545 Zähler
ein. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Dow Jones
Industrial gab um 1,0 Prozent auf 51.675 Punkte nach.
Der marktbreite S&P 500 verlor 1,1 Prozent auf 7.418
Zähler.
Die kriegerische Auseinandersetzung in Nahost beunruhigt zunehmend
die Märkte. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent kletterte erstmals
wieder seit zwei Monaten über 100 US-Dollar je Barrel. Damit werden
erneut Inflationssorgen angeheizt und Sorgen über etwaige
Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed.
Mit Blick auf die Schwergewichte aus der Tech-Branche, allen voran
Alphabet und Tesla , überwog die
Enttäuschung. Die Google-Mutter Alphabet übertraf zwar umsatzseitig
im vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street, doch dass
nun noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur gesteckt
werden soll, brachte die Aktie unter Druck. Sie sackte um etwas mehr
als 6 Prozent ab, womit rund 260 Milliarden US-Dollar Börsenwert
vernichtet wurden.
Tesla-Aktien brachen um 12,5 Prozent ein. Der Elektroautohersteller
habe zwar Absatz und Umsatz stark gesteigert, doch wegen
milliardenschwerer Investitionen sei ein deutlich geringerer Gewinn
übriggeblieben als erwartet, kommentierte etwa Marktbeobachter
Stephen Innes.
Für Texas Instruments ging es trotz starker Zahlen
und einem Ausblick auf das dritte Quartal, der die Erwartungen
übertraf, um 3,8 Prozent abwärts. Angesichts des starken Laufs der
Halbleiter-Aktie seit Jahresbeginn wurden Gewinne mitgenommen.
T-Mobile US sackten 5,4 Prozent ab. Der
Telekommunikationskonzern gewann im zweiten Quartal zwar mehr neue
Kunden als erwartet, blieb damit aber hinter dem Vergleichswert aus
dem Vorjahr zurück. Zudem blieb die Zahl auch deutlich hinter der
des Konkurrenten AT&T zurück.
Zwischen Gewinnen und Verlusten pendelten unterdessen erst kürzlich
erheblich unter Druck geratenen Anteile von IBM .
Zuletzt legten sie um 0,3 Prozent zu. Das im Dow Jones notierte
IT-Urgestein senkte nach einem enttäuschend verlaufenen Quartal die
Umsatzprognose für 2026 leicht. Daher aber sollen nun die Kosten
noch stärker gedrückt werden als geplant, um das Ziel zu erreichen,
den Zahlungsmittelzufluss um eine Milliarde Dollar zu steigern.
Im Fokus standen angesichts der erneut kräftig gestiegenen Ölpreise
einmal mehr auch Ölaktien. Chevron im Dow legten um
2,4 Prozent zu und ähnlich stiegen auch die Anteile von ExxonMobil
und ConocoPhillips .
Dagegen sackten die Papiere von American Airlines um
7,5 Prozent ab und zogen die von United Airlines ,
JetBlue oder auch Delta Air Lines
gleich mit runter. Wegen der hohen Treibstoffpreise schließt
American Airlines einen Verlust in diesem Jahr nicht aus./ck/jha/