, APA/dpa-AFX

Wiener Börse (Mittag) - ATX fällt vor EZB-Entscheid um 1,1 Prozent / Steigende Ölpreise bremsen Aktien - Ölaktien und Bauwerte gesucht, Banken schwächeln

Ein kräftiger Ölpreisanstieg hat den Wiener Aktienmarkt vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet. Der ATX fiel am Donnerstag bis 13.30 Uhr um 1,10 Prozent auf 6.457 Punkte, womit der Leitindex die Erholungsgewinne der Vortage teilweise wieder abgab. Er bleibt damit in der Konsolidierungsspanne zwischen 6.300 Zählern und dem Rekordhoch bei knapp 6.600 Einheiten. Für den ATX Prime ging es um 1,09 Prozent auf 3.179 Zähler hinab.

Der Brent-Ölpreis für den September-Kontrakt stieg wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg bis knapp unter 99 US-Dollar, was an den Finanzmärkten weiter Inflationsängste schürt. Die jüngste Eskalation am Persischen Golf und die wieder steigenden Energiepreise seien Entwicklungen, die den Notenbankern der EZB kaum gefallen dürften, schreiben die Ökonomen der Helaba. "Klare Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung gibt es gleichwohl nicht."

Hinzu kam, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen großer US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten, während auch die Quartalsberichte einiger europäischer Unternehmen unter den Erwartungen blieben. In Wien blieb die Meldungslage bis auf Analystenstudien dünn. Im ATX legten Ölaktien sowie Bauwerte zu, während Banken nachgaben. Unter letzteren büßten etwa die Anteilscheine des Schwergewichts Erste Group knapp drei Prozent ein.

RBI verloren 2,1 Prozent auf 54,80 Euro. Trotz steigender Kosten dürfte ein wachsender Nettozinsertrag sowie steigende Gebühreneinnahmen einen Anstieg des Vorsteuergewinns um zwei Prozent unterstützen, erwartet Analystin Marlene Eibensteiner von der Deutschen Bank mit Blick auf die kommenden Quartalszahlen. Sie hob ihr Kursziel für die Titel von 37 auf 40 Euro an, beließ die Titel aber bei "Hold".

Wienerberger gaben nach der Stabilisierung am Vortag wieder ein Prozent auf 21,06 Euro ab. Hier senkten die UBS-Analysten in Reaktion auf die Gewinnwarnung des Baustoffkonzerns ihr Kursziel von 21,00 auf 18,00 Euro. Das Anlagevotum "Sell" wurde von Analyst Julian Radlinger unverändert beibehalten.

Mit Blick auf die am Donnerstag wenig bewegten Verbund-Anteile bekräftigten sowohl die UBS als auch die Deutsche Bank ihre Verkaufsempfehlungen. Die niedrigen Wasserstände würden weiterhin einen Gegenwind darstellen, schrieb etwa UBS-Analystin Wanda Serwinowska.

spa/ger

 ISIN  AT0000999982
Copyright APA/dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA/dpa-AFX ist nicht gestattet.