KI-Boom treibt Chip-Geschäft von STMicro an - Investoren dennoch enttäuscht
Der Chiphersteller STMicroelectronics
profitiert weiter von einer hohen Nachfrage im
Zusammenhang mit Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI). So
erwartet der Konkurrent von Infineon für das laufende
dritte Quartal im Mittel einen Umsatzanstieg gegenüber dem
Vorquartal um rund 6,2 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar.
Analysten hatten mit geringfügig mehr gerechnet. Die Bruttomarge
soll um die 37 Prozent erreichen, hier gehen Marktexperten von 36,8
Prozent aus.
Der anhaltende Ausbau der KI-Infrastruktur treibt die Nachfrage nach
verschiedensten Chip-Typen für Rechenzentren an. STMicro
hob die Erwartungen für den KI-Umsatz daher erneut
leicht an - auf über eine Milliarde Dollar in diesem Jahr und
"deutlich über 2 Milliarden US-Dollar" im Jahr 2027. Zuvor hatte
STMicro seine Prognosen für das Geschäft bereits zweimal nach oben
geschraubt und rechnete zuletzt 2026 mit einem Umsatz von 1
Milliarde Dollar und einer Verdopplung bis 2027.
Den zuletzt erfolgsverwöhnten Investoren reichte dies nicht. Die
Aktie sackte zu Handelsbeginn um 17 Prozent ab. Allerdings hat das
Papier im laufenden Jahr zuvor bereits rund 160 Prozent an Wert
gewonnen. Im Sog dessen fiel die Aktie des im Dax notierten
Chipherstellers Infineon um mehr als fünf Prozent.
Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse von STMicro im Vergleich zum
Vorquartal um 12,7 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro, was über
dem Mittelwert der vom Unternehmen prognostizierten Spanne lag. Die
Bruttomarge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 34,8 Prozent.
Unter dem Strich verdiente STMicro mit 222 Millionen Dollar ein
Vielfaches mehr als im Vorquartal. Auch gegenüber dem Vorjahr
verbesserten sich die Kennziffern deutlich.
Der Boom bei Rechenzentren hat STMicro - einem Zulieferer von Tesla
und Apple - zu einer Wende geführt.
Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mit einer schwachen
Nachfrage in der Automobil- und Konsumgüterbranche zu kämpfen, da
die Kunden zunächst ihre Lagerbestände abbauten, die sie während der
Engpässe im Zuge der Covid-19-Pandemie angehäuft hatten./nas/stw/mis