Die Wiener Börse hat am Dienstag mit deutlichen
Gewinnen geschlossen. Der ATX beendete den Tag mit
einem Plus von 1,79 Prozent und 6.511,24 Punkten. Der breiter
gefasste ATX Prime legte 1,63 Prozent auf 3.202,97 Zähler zu. Auch
an anderen Börsen in Europa ging es nach oben. Angetrieben wurden
die Märkte von einer spürbaren Erholung bei Halbleiter- und
KI-Aktien.
Die gute Stimmung für Chipaktien schlug sich auch in Wien nieder:
Die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S fanden
sich mit einem Plus von knapp 12 Prozent weit oben an der
ATX-Spitze. Halbleiteraktien profitierten von guten Vorgaben aus
Südkorea, wo die Chipwerte sich deutlich erholten.
Unter Druck kamen nach Quartalszahlen und einer Gewinnwarnung
Wienerberger-Aktien und verloren 4,1 Prozent.
Wienerberger hat im zweiten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs
weniger operativen Gewinn erzielt. Hauptgrund war laut Wienerberger
ein unerwartet schwacher Wohnungsneubau, vor allem in Nordamerika.
Der Jahresausblick wurde gesenkt. Die Analysten der Erste Group
werten die Zahlen in einer ersten Reaktion negativ. Sie haben zwar
eine Gewinnwarnung erwartet, das Ausmaß der Prognosesenkung war aber
deutlich stärker als erwartet.
Bawag -Aktien rutschten nach Meldung von Zahlen
zeitweise ins Minus, konnten sich bis Handelsende aber knapp ins
Plus vorarbeiten und schlossen 0,6 Prozent fester. Das Bankhaus hat
im ersten Halbjahr mehr eingenommen und mehr Gewinn erzielt. Den
Analysten der Erste Group zufolge haben die Zahlen die Erwartungen
übertroffen. Noch deutlicher nach oben ging es mit den anderen
Bankwerten: Erste Group und RBI fanden sich mit Gewinnen von um die
3 Prozent unter den größten ATX-Gewinnern.
Das bestimmende Thema an der Börse dürfte weiter der Iran-Konflikt
bleiben. Hier gab es zuletzt gemischte Signale: Während die
Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten andauern,
bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue
Waffenruhe.
Mit Spannung erwartet werden an den Märkten auch die im
Wochenverlauf anstehenden Quartalszahlen einiger wichtiger
US-Konzerne. Auf dem Kalender steht etwa die Ergebnispräsentation
der Google -Mutter Alphabet . Impulse
könnte schließlich auch der am Donnerstag anstehende
Leitzinsentscheid der EZB liefern. Ein Zinsschritt wird zwar nicht
erwartet, Börsianer hoffen aber auf Hinweise darauf, ob es bei der
Sitzung im September eine Zinserhöhung geben wird./mik/spa/APA/jha