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Wiener Aktienmarkt vorbörslich mit Kursverlusten erwartet / Sorge vor einen noch umfassenderen Iran-Krieg wächst - Berenberg Bank hebt Frequentis-Kursziel

Die Wiener Börse dürfte am Montag mit Kursverlusten in den Handel starten. Während sich die Streitkräfte der USA und des Iran in einer weiteren Nacht gegenseitig attackieren, wächst die Sorge vor einem noch umfassenderen Krieg. Der heimische Leitindex ATX wurde rund 30 Minuten vor Sitzungsbeginn mit einem Minus von 0,3 Prozent indiziert. Die europäischen Leitbörsen werden nach uneinheitlichen Vorgaben der Asien-Märkte ebenfalls mit tieferen Notierungen erwartet.

Washington verlegt US-Medienberichten zufolge weitere Kampfflugzeuge in die Konfliktregion. Um Angriffe des Iran auf Handelsschiffe in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormuz zu unterbinden, bombardierte das US-Militär Ziele im Iran. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten allerdings, zwei Öltanker seien auf der Südroute durch die Meerenge gesprengt worden. Sie seien nun manövrierunfähig.

Die Ölpreise stiegen im frühen Handel wegen des sich weiter verschärfenden Iran-Kriegs erneut. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kletterte um bis zu fast vier Prozent auf 91,42 US-Dollar und damit zum ersten Mal seit Anfang Juni über die Marke von 90 Dollar. Damit wächst auch wieder die Inflationssorge.

Mit Blick auf die Einzelwerte hob die Berenberg Bank ihr Kursziel für die Aktien der heimischen Frequentis von 89,0 auf 91,0 Euro an. Die Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien des Technologieunternehmens wurde von Analyst Wolfgang Specht bestätigt. "Nachdem die am 16. Juli veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse ein außergewöhnliches Wachstum für Frequentis im ersten Halbjahr 2026 signalisierten (Auftragseingang: +17 Prozent; Umsatz: +44 Prozent), konnte das Unternehmen seinen Ausblick für das Gesamtjahr deutlich anheben, obwohl anhaltende Probleme in der Lieferkette und der Konflikt in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika, Anm.) die Projektabwicklung beeinträchtigen", schrieb der Berenberg-Analyst. Die Bank geht davon aus, dass das Unternehmen weitere Fortschritte in neuen Produktklassen erzielen und eine Reihe von Modernisierungsprojekten in den USA durchführen werde. Die Frequentis-Aktie war am Freitag um 6,81 Prozent auf 67,40 Euro gestiegen.

Am Freitag hatte der ATX um 1,47 Prozent tiefer auf 6.364,91 Punkten geschlossen. Damit fiel der heimische Leitindex weiter von der 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend ab und rutschte zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Juni. Auf Wochensicht blieb für den ATX ein Verlust von 1,9 Prozent.

Die größten Kursgewinner und -verlierer im prime market am Freitag:

Frequentis          6,81 %  67,40 Euro 
Lenzing             2,40 %  25,60 Euro 
AustriaCard Holding 2,30 %  9,79 Euro  
                                       
AT&S                -7,22 % 162,00 Euro
FACC                -4,05 % 15,62 Euro 
Sempert AG Holding  -3,55 % 14,95 Euro 

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