dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende
Salzgitter hebt Prognosen dank besserer Geschäfte und Zukauf
SALZGITTER - Der Stahlhersteller Salzgitter hat nach
dem ersten Halbjahr und der Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp
Mannesmann (HKM) seine Jahresprognosen angehoben. Das Ergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen 2026 taxiert der Vorstand des
MDax -Konzerns nun im Bereich von 725 bis 825
Millionen Euro statt bisher jeweils 100 Millionen Euro weniger, wie
das Unternehmen am Freitag in Salzgitter mitteilte. Einen mittleren
zweistelligen Millionenbetrag führte das Management dabei auf die
Konsolidierung des Zukaufs HKM zurück. Beim Umsatz visiert der
Stahlkocher nun rund 10,0 Milliarden Euro an, eine halbe Milliarde
mehr als bisher. Soviel - ein mittlerer dreistelliger Betrag -
steuert dazu der Zukauf bei. Die Salzgitter-Aktie zog um bis zu gut
5 Prozent an, Analysten hatten für das Gesamtjahr bisher beim
operativen Gewinn weniger auf dem Zettel.
Salzgitter-Chef warnt vor Lockerung beim EU-Emissionshandel
SALZGITTER - Salzgitter-Chef Gunnar Groebler kritisiert die Pläne
der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels. Die Pläne
gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften
Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hätten. "Eine
Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf
Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen", schreibt
Groebler auf der Plattform LinkedIn. EU-Parlament und
Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess
nachzubessern.
Boeing kämpft immer noch mit Engpässen bei Zulieferern
LONDON - Der US-Flugzeugbauer Boeing kämpft auf dem
Weg aus seiner Krise weiterhin mit Problemen der Lieferanten von
Turbinen und Sitzen für seinen Langstreckenjet 787 "Dreamliner".
"Die Lieferkette ist immer noch etwas volatil", sagte die Chefin von
Boeings Verkehrsflugzeugsparte, Stephanie Pope, am Sonntag vor
Beginn der Farnborough Airshow vor den Toren von London. Für Boeing
seien die Antriebe der entscheidende Faktor.
Adidas setzt viel mehr WM-Trikots ab
HERZOGENAURACH - Der Sportartikel-Hersteller Adidas
hat im Zuge der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft viermal so viele
Trikots verkauft wie beim vorangegangenen Turnier. Die Ballverkäufe
hätten sich zugleich verdoppelt, teilte der Dax-Konzern
am Wochenende auf Nachfrage der Nachrichtenagentur
Bloomberg mit. Insgesamt erwarte Adidas nun Verkäufe mit Blick auf
die WM in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro, sagte Adidas-Chef Björn
Gulden laut Mitteilung. Dies entspricht dem oberen Ende der bisher
angepeilten Spanne. Darin enthalten ist auch Freizeitkleidung mit
WM-Bezug.
ROUNDUP/TV-Rechte-Vertrag perfekt: Deutsche Telekom zeigt auch WM
2030
BERLIN - Der Deutschen Telekom ist auf dem
TV-Rechte-Markt der nächste Coup gelungen. Das Unternehmen hat sich
beim Wettbieten um ein Paket für 104 Spiele der
Fußball-Weltmeisterschaft 2030 durchgesetzt. Alle Partien des
Turniers in sechs verschiedenen Ländern werden in vier Jahren nur
beim kostenpflichtigen Sender MagentaTV zu sehen sein - so wie bei
der WM in den USA, Kanada und Mexiko.
ROUNDUP: Große Firmen dürfen unverkaufte Mode nicht mehr wegwerfen
BRÜSSEL - Große Unternehmen in der Europäischen Union dürfen
unverkaufte Kleidung und Schuhe künftig nicht mehr vernichten. Eine
entsprechende EU-Vorschrift gilt seit Sonntag und soll dafür sorgen,
dass betroffenen Firmen ihre Waren etwa erneut verkaufen oder
spenden, anstatt sie wegzuwerfen. Bisweilen gilt die Entsorgung als
günstiger, als Produkte zu lagern, aufzubereiten oder wieder zum
Verkauf anzubieten.
ROUNDUP: Tesla will in Deutschland expandieren
GRÜNHEIDE - Der US-Elektroautobauer Tesla setzt dank
der Steigerung von Nachfrage und Gewinn auf einen rasanten Ausbau
der Produktion im deutschen Werk in Grünheide bei Berlin. "Für das
Geschäftsjahr 2026 prognostiziert die Gesellschaft eine deutlich
steigende Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr", heißt es im
Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2025.
Die Kapazitätsauslastung solle entsprechend steigen. Mehr als 30
Märkte würden aus Grünheide beliefert, weitere sollten erschlossen
werden. Der Plan sei, die Produktionsmenge zu maximieren. Zuvor
berichtete der "Tagesspiegel".
Mehr als 50 Millionen Euro für E-Auto-Prämien - Tesla vorne
BERLIN - Über die neuen staatlichen Kaufprämien für Elektroautos
sind inzwischen mehr als 50 Millionen Euro ausgezahlt worden -
vorerst am meisten gefragt waren Modelle der US-Marke Tesla
. Bis 30. Juni wurden 53,9 Millionen Euro aus dem bis
zu drei Milliarden Euro umfassenden Förderprogramm ausgegeben, wie
das Bundesumweltministerium auf eine Frage aus der Grünen-Fraktion
antwortete. Dies umfasse die bewilligten Anträge seit dem Start des
Antragsportals am 19. Mai und bilde zunächst nur eine Momentaufnahme
ab.
Teure Autoreparaturen - Allianz macht Druck
UNTERFÖHRING - Angesichts der Kostenexplosion bei Autoersatzteilen
startet die Allianz einen neuen Anlauf für günstigere
Reparaturen und die Verwendung gebrauchter Ersatzteile. Die
Forderungen richten sich dabei gleichermaßen an die Bundesregierung
wie an die Autohersteller: Die Industrie soll dafür sorgen, dass
ihre Teile auch repariert werden können, und die Politik die
Vorschriften vereinfachen, so dass mehr Reparaturen erlaubt sind.
Bauernpräsident schlägt Alarm: Dünger wird immer knapper
BERLIN - Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim
Rukwied, sieht die Landwirtschaft in Deutschland durch den
Iran-Krieg zusätzlich unter Druck und warnt vor neuen Risiken bei
der Versorgung mit Düngemitteln. "Die Lage am Golf hat sich bis
heute nicht verbessert, was unsere Befürchtungen bestätigt: Wer sich
hier auf das Prinzip Hoffnung verlässt, gefährdet die
Versorgungssicherheit", sagte Rukwied dem "Redaktionsnetzwerk
Deutschland" (RND).
ROUNDUP: Weniger Förderung - Solarbranche von Reformplänen alarmiert
BERLIN - Branchenverbände sehen den Ausbau der Solarenergie in
Deutschland durch Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums bedroht.
Vor allem die vorgesehene Streichung der Förderung für neue kleine
Solaranlagen ab 2027 könne Investitionen in Milliardenhöhe
einbrechen lassen und bundesweit Zehntausende Arbeitsplätze in
Mittelstand und Handwerk gefährden, warnte der Bundesverband
Solarwirtschaft (BSW).