Aktien Wien Schluss: Leitindex ATX verliert leicht
Die Wiener Börse hat am Donnerstag den Handel mit
einem leichten Minus beendet. Der ATX gab zum
Sitzungsende 0,18 Prozent auf 6.459,67 Punkte ab, nachdem der
österreichische Leitindex im Verlauf noch tiefer im negativen
Terrain tendiert hatte. Die europäischen Leitbörsen schlossen
mehrheitlich im Minus.
Nachrichten aus dem Nahen Osten sind aktuell der Haupttreiber an den
internationalen Finanzmärkten, schrieben die Helaba-Analysten. So
gibt es die berechtigte Sorge, dass die Gespräche zwischen den USA
und dem Iran zur dauerhaften Lösung des Konflikts endgültig
scheitern. Die Ölpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich
gestiegen, was auch mit der erneuten US-Blockade iranischer Häfen zu
erklären ist, hieß es weiter von den Experten.
Am Wiener Aktienmarkt rückten auf Unternehmensebene Bajaj Mobility
und Zumtobel mit Zahlenvorlagen in den
Fokus. Die Bajaj Mobility, früher Pierer Mobility, hat ihren Umsatz
weiter gesteigert. Im zweiten Quartal lag der Umsatz des
Motorradherstellers bei 370 Millionen Euro nach 330 Millionen im
ersten Quartal und 231 Millionen in der entsprechenden
Vorjahresperiode, wie die KTM-Mutter mitteilte. Im gesamten ersten
Halbjahr lag der Umsatz der Motorradsparte bei 700 Millionen und
damit in etwa doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2025 (373
Millionen). Die Bajaj-Titel reagierten auf die Zahlenvorlage mit
einem Kursplus von 4,1 Prozent.
Der Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel hat im abgelaufenen
Wirtschaftsjahr 2025/26 zwar einen moderaten Umsatzrückgang, aber
einen massiven Ergebniseinbruch verzeichnet. Unterm Strich belief
sich der Nettogewinn auf eine Million Euro, nach 15,5 Millionen Euro
ein Jahr zuvor. Daher wird der Vorstand den Aktionären vorschlagen,
auf die Dividende zu verzichten. Die präsentierten
Zumtobel-Jahresergebnisse entsprachen laut Erste-Group-Analysten den
vorläufigen Zahlen und die Experten bewerteten die Vorlage als
weitgehend kursneutral. Die Aktie des Leuchtenherstellers kletterten
zum Sitzungsende nach einem unspektakulären Handelsverlauf um
deutliche 7,8 Prozent nach oben.
Die Verbund-Aktie legte nach den deutlichen
Vortagesabschlägen um 1,1 Prozent auf 58,55 Euro zu. Die Analysten
von Deutsche Bank Research haben ihre Empfehlung "Sell" für die
Aktien des Energieversorgers bestätigt. Das Kursziel von 55 Euro
blieb ebenfalls unverändert.
Deutlich tiefer präsentierte sich im Technologiebereich die Aktie
von AT&S mit einem Abschlag von drei Prozent. Seit
dem Jahresauftakt liegen die Papiere des Leiterplattenherstellers
aber noch beachtliche mehr als 430 Prozent im Plus. Am Berichtstag
standen die Papiere von Chipherstellern im Zuge von Gewinnmitnahmen
international merklich unter Verkaufsdruck.
Die Titel der Raiffeisen Bank International (RBI)
fielen um 1,3 Prozent. Die RBI hat die Mindestannahmequote von 55
Prozent bei der geplanten Übernahme von der Addiko Bank
überschritten. Die Addiko-Titel tendierten
unverändert./ste/mik/APA/men