Fraport senkt Passagierziele für Frankfurt - Finanzausblick steht
Der Flughafenbetreiber Fraport
rechnet nach einem schwachen Monat Juni für dieses Jahr nicht mehr
mit einem spürbaren Anstieg der Passagierzahlen am Heimatflughafen
Frankfurt. So geht Fraport-Chef Stefan Schulte nur noch von einem
Abschneiden auf dem Vorjahresniveau von 63,2 Millionen Passagieren
aus, bisher standen 65 bis 66 Millionen Fluggäste im Plan. Im Juni
ging das Passagieraufkommen im Jahresvergleich um 1,7 Prozent auf
rund 5,7 Millionen zurück, wie der MDax -Konzern am
Montag mitteilte. Vor allem der Nahostkrieg belastete die Zahlen,
aus und in die Staaten des Nahen Ostens lag das Minus im Monat bei
mehr als einem Viertel. Den Finanzausblick aufs Jahr bestätigte das
Management.
Fraport-Chef Schulte sprach von zahlreichen Sonderfaktoren, unter
anderem von Streiks bei der Lufthansa und den Krieg
im Iran. Dieser habe sich nicht nur direkt auf die Nachfrage nach
Flügen in und aus dem Nahen Osten niedergeschlagen. "Die damit
verbundenen Befürchtungen einer Kerosin-Mangellage und massive
Ölpreissteigerungen haben zu einer spürbaren Buchungszurückhaltung
geführt und gleichzeitig zu einem teils deutlich reduzierten Angebot
der Airlines", sagte er laut Mitteilung.
Fraport kam in den ersten sechs Monaten auf 28,9 Millionen Fluggäste
am Flughafen Frankfurt. Das sind 0,8 Prozent weniger als ein Jahr
zuvor. Die Regionen Afrika und Fernost konnten die Schwäche im Nahen
Osten mit deutlichen Zuwächsen nicht wettmachen.
Frankfurt steht für rund ein Drittel der Passagiere des
Fraport-Konzerns, der rund um die Welt weitere Flughäfen betreibt.
Weitere wichtige Standorte sind Lima in Peru, Fortaleza und Porto
Allegre in Brasilien sowie Thessaloniki in Griechenland. In
Griechenland betreibt Fraport auch viele Regionalflughäfen./men/mis