ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax behauptet sich nach Erholung
Nach der Vortageserholung hat der deutsche
Aktienmarkt zum Wochenschluss einen verhaltenen Handelsauftakt
verzeichnet. Die Vorgaben sind angesichts erholter Aktienmärkte in
Asien bei wieder etwas höheren Ölpreisen durchwachsen. Im
Anlegerfokus steht der weiterhin ungelöste militärische Konflikt
zwischen den USA und dem Iran.
Der Dax notierte am Freitagvormittag kaum verändert
bei 25.113 Punkten, nachdem er tags zuvor um knapp ein Prozent
zugelegt hatte. Damit deutet sich für den Leitindex ein
Wochenverlust von rund zweieinhalb Prozent an. Der MDax
, der Index der mittelgroßen Werte, stieg am Freitag
um 0,4 Prozent auf 31.964 Zähler.
Angesichts des wieder im Fokus stehenden Iran-Kriegs und den damit
deutlich gestiegenen Ölpreisen verwundert die klar negative
Wochenbilanz nicht, obwohl der Dax am Montag zunächst noch ein
weiteres Rekordhoch von 25.900 Punkten erreicht hatte. Nach einem
zwischenzeitlichen Rückschlag bis auf 24.830 Punkte konnte er sich
aber immerhin etwas fangen und sich wieder über die 21-Tage-Linie
retten, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.
Trotz aller Angriffe arbeiten Washington und Teheran laut der
US-Regierung weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts.
"Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein,
und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein
Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. "Der Markt scheint
die jüngsten Spannungen zwischen den USA und dem Iran eher als
Belastung für den Waffenstillstandsprozess denn als vollständigen
Zusammenbruch zu sehen", sagte ING-Rohstoffstratege Warren Patterson
der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Der durch US-Glyphosatklagen von hohen Schulden belastete Pharma-
und Agrarchemiekonzern Bayer verschafft sich durch
einen Milliardendeal mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo mehr
finanziellen Spielraum. Apollo erhält eine Minderheitsbeteiligung an
einer neuen Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit
Verhütungsmitteln. Dadurch sichern sich die Leverkusener 3,0
Milliarden Euro Eigenkapital. Die Bayer-Anteilsscheine legten um 1,1
Prozent zu.
Der VW-Konzern streicht seine Modellpalette deutlich
zusammen. Die Zahl der Modelle im Konzern solle schrittweise um bis
zu 50 Prozent schrumpfen, die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen
um bis zu 75 Prozent sinken, kündigte der Konzern nach einer
Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg an. Dem aktuellen Plan mangele es
an Details, Investoren wünschten sich weiterreichende Nachrichten
zur Umstrukturierung, doch Betriebsrat und Politik lehnten dies ab,
kommentierte ein Händler am Morgen. Die VW-Vorzugsaktie stieg um 0,6
Prozent.
Für die Papiere von Salzgitter ging es um 8,8 Prozent
aufwärts, nachdem die US-Bank JPMorgan die Einstufung der Papiere
von "Underweight" auf "Overweight" gedreht und das Kursziel von
31,40 auf 65,00 Euro mehr als verdoppelt hatte. Analyst Dominic
O'Kane wird optimistisch für die europäische Stahlbranche. Die
Protektionsmaßnahmen der Politik zeigten Wirkung und die
Gewinnentwicklung der Unternehmen werde Fahrt aufnehmen, schrieb er.
Für das zweite Halbjahr geht der Experte von steigenden Stahlpreisen
in Europa aus.
Die Aktien von Dürr sackten auf das tiefste Niveau
seit mehr als sechs Jahren ab und verloren zuletzt 2,7 Prozent.
Berenberg-Analystin Yasmin Steilen hatte die bisherige
Kaufempfehlung für die Titel des Anlagenbauers einkassiert und das
Kursziel von 40 auf 21 Euro nahezu halbiert. Dürr benötige "frischen
Lack", schrieb sie in Anspielung auf das Geschäft mit
Lackieranlagen. Die Abhängigkeit des Unternehmens von den Ausgaben
der Autobranche, die ihrerseits schwierige Zeiten durchlebt, sieht
sie kritisch./edh/mis