Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag in einer
starken internationalen Börsenlandschaft tief in der Gewinnzone
geschlossen. International beflügelten die gesunkenen Erwartungen an
US-Zinserhöhungen, nachdem in den USA deutlich weniger neue Stellen
geschaffen worden waren. Der ATX legte 1,73 Prozent
auf 6.497,14 Punkte zu, nachdem der Leitindex zur Wochenmitte noch
nachgegeben hatte.
Die US-Arbeitsmarktdaten machen der Fed einen Strich durch die
Rechnung - und verliehen den Aktienmärkten deutlich Rückenwind, hieß
es von Expertenseite. Die Jobdaten für Juni zeigten, dass sich die
Einstellungsdynamik in den Vereinigten Staaten deutlich verlangsamt
hat. "Damit rücken weitere Zinserhöhungsspekulationen vorerst in den
Hintergrund; vielmehr dürfte der Markt nun verstärkt auf eine
geldpolitische Lockerung im vierten Quartal nach den
US-Zwischenwahlen setzen", formulierte eine Expertin von IG.
In Wien rückte auf Unternehmensebene Zumtobel ins
Blickfeld der Akteure. Der Vorarlberger Leuchtenkonzern hat im
Wirtschaftsjahr 2025/26 einen Umsatzrückgang sowie einen deutlichen
Ergebniseinbruch verzeichnet. Daher beschloss der Vorstand, den
Aktionären auf der Hauptversammlung eine Aussetzung der
Dividendenausschüttung vorzuschlagen. Die Analysten der Erste Group
schrieben, dass die vorläufigen Zahlen auf operativer Ebene im
Großen und Ganzen den Erwartungen entsprachen, Umsatz und
bereinigtes Ebit lagen leicht über den Prognosen. Die
Dividendenaussetzung überschattete aber die Ergebnisse. Die
Zumtobel-Aktie gab um 3,5 Prozent nach.
Klar nach oben ging es unter den Schwergewichten in Wien mit der OMV
-Aktie mit einem Kursplus von 3,5 Prozent. Voestalpine
stärkten sich in einem sehr festen europäischen
Stahlsektor um 2,6 Prozent. Erste Group verteuerten sich um 2,7
Prozent.
Andritz legten 1,9 Prozent zu. Der Grazer
Anlagenbauer muss wegen der schwachen Nachfrage aus der
Automobilindustrie im laufenden Jahr weiter
restrukturieren./ste/sto/APA/jha