ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow mit Rekord - Nasdaq schwächelt
Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones
Industrial hat am Mittwoch nach einem Rekordhoch kaum
verändert geschlossen. Die technologielastige Nasdaq-Börse gab
dagegen einen Teil ihrer kräftigen Erholungsgewinne der vergangenen
zwei Handelstage ab.
Mit Blick auf Konjunktur- und Stimmungsdaten aus den USA rückt
zunehmend der Arbeitsmarktbericht für Juni in den Blick. Er wird
wegen des Nationalfeiertags am Freitag bereits am Donnerstag
veröffentlicht. Die Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters
ADP bewegten kaum. Sie sowie die Daten zur Unternehmensstimmung im
Verarbeitenden Gewerbe (ISM) blieben zwar etwas hinter den
Schätzungen zurück, doch ein sonderlicher Dämpfer für die
Zinserhöhungserwartungen am Markt seien sie dennoch nicht, hieß es
seitens der Helaba.
Der Dow, der zeitweise über 53.700 Punkte auf eine Bestmarke
geklettert war, ging mit minus 0,03 Prozent auf 52.305,24 Punkte aus
dem Tag. Unterstützt wurde er während seines Rekordlaufs nicht
zuletzt von Software-Aktien. Nach einer zuletzt erneut starken
Nachfrage nach Chip-Aktien, die die Nasdaq-Börse seit dem
Wochenauftakt stark angetrieben hatten, wurde nun der
Software-Branche der Vorzug gegeben.
Der Nasdaq 100 gab um 1,54 Prozent auf 29.809,13
Punkte nach. Am Montag und Dienstag hatte sich der
Technologie-Auswahlindex mit einem Gesamtplus von 4 Prozent
weitgehend von seinem jüngsten Rücksetzer erholt. Der marktbreite
S&P 500 , der, was das abgeschlossene zweite Quartal
betrifft, auf das stärkste seit sechs Jahren zurückblicken kann,
verlor 0,22 Prozent auf 7.483,23 Zähler.
Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz
(KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta will Kreisen
zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die
Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen
berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und
zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden.
Zudem erwäge der Tech-Gigant, den Zugang zu "roher" Rechenkapazität
zu verkaufen, ähnlich wie andere sogenannte "Neocloud"-Anbieter,
etwa CoreWeave und Nebius . Während die
Meta-Aktie im Nasdaq 100 mit plus 9 Prozent von dieser Neuigkeit
profitierte, büßten CoreWeave dort knapp 14 Prozent ein und Nebius
als Schlusslicht 17 Prozent. Unter den Branchengrößen mit
Cloudgeschäft verloren zudem Oracle 2,8 Prozent.
Salesforce zählten mit plus 4,2 Prozent zu den besten
Werten im Dow. Die Aktie des Softwareherstellers profitierte wie
andere Branchenwerte davon, dass an diesem Tag Software-Titel wieder
gefragt waren, während Chip-Aktien unter Druck standen. Obendrein
hatte die Investmentbank Guggenheim das Papier auf "Buy"
hochgestuft.
Unter den Standardwerten ging der Blick vor allem zu Nike
. Der Sportwarenkonzern übertraf mit seinem
Quartalsbericht überwiegend die Erwartungen. Dennoch wies der Adidas
-Rivale auf eine insgesamt trübe Branchenstimmung hin.
Analysten nannten zwar die gesenkte Umsatzprognose enttäuschend.
Doch sei das Ergebnisziel je Aktie beibehalten worden, hieß es etwa
von der Bank of America. Dass die Aktie an der Dow-Spitze um knapp 5
Prozent stieg, dürfte aber auch der vorangegangenen Kursschwäche
geschuldet sein. Erst vor wenigen Tagen war sie mit 40 US-Dollar auf
den tiefsten Stand seit 12 Jahren gesackt.
Alcoa büßten knapp 9 Prozent ein. Der
Aluminiumkonzern einigte sich mit South32 darauf, große Teile der
Aluminium-Assets von South32 zu übernehmen. Von dem Geschäft erhofft
sich Alcoa Vorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Blick stand zudem ein Börsengang. Das Papier des in Mailand
ansässigen Unternehmens Bending Spoons , das
angeschlagene Softwarefirmen aufkauft, startete bei 31 Dollar und
damit 2 Dollar über dem Ausgabepreis. Aus dem Handel ging das Papier
mit 40,50 Dollar. Das Unternehmen und Investoren wie Baillie Gifford
verkauften knapp 58 Millionen Papiere. Die Marktkapitalisierung nach
Börsenschluss liegt bei knapp 26 Milliarden Dollar./ck/he