Aktien New York: Dow mit Rekordhoch - Nasdaq schwächelt - Meta-Aktie hoch
Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones
Industrial ist am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten ins Plus
gedreht und hat ein Rekordhoch erreicht. Unterstützung kam dabei
nicht zuletzt von Software-Aktien. Nach einem zuletzt erneut starken
Lauf von Chip-Werten, die die Nasdaq-Börse seit dem Wochenauftakt
stark angetrieben hatten, wurde nun der Software-Branche der Vorzug
gegeben.
Mit Blick auf Konjunktur- und Stimmungsdaten aus den USA rückt
zunehmend der Arbeitsmarktbericht für Juni in den Blick. Er wird
wegen des Nationalfeiertags am Freitag bereits am Donnerstag
veröffentlicht. Die Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters
ADP bewegten kaum. Sie sowie die Daten zur Unternehmensstimmung im
Verarbeitenden Gewerbe (ISM) blieben zwar etwas hinter den
Schätzungen zurück, doch ein sonderlicher Dämpfer für die
Zinserhöhungserwartungen am Markt seien sie dennoch nicht, hieß es
seitens der Helaba.
Der Dow Jones Industrial , der zeitweise über 53.700
Punkte auf eine Bestmarke geklettert war, legte rund zwei Stunden
vor Handelsschluss um 0,2 Prozent auf 52.420 Punkte zu. Der Nasdaq
100 gab um 1,2 Prozent auf 29.925 Punkte nach. Am
Montag und Dienstag hatte sich der Technologie-Auswahlindex mit
einem Gesamtplus von 4 Prozent weitgehend von seinem jüngsten
Rücksetzer erholt.
Der marktbreite S&P 500 , der, was das abgeschlossene
zweite Quartal betrifft, auf das stärkste seit sechs Jahren
zurückblicken kann, gewann 0,1 Prozent auf 7.507 Zähler.
Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz
(KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta will Kreisen
zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die
Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen
berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und
zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden. Zudem erwäge der
Tech-Gigant, den Zugang zu "roher" Rechenkapazität zu verkaufen,
ähnlich wie andere sogenannte "Neocloud"-Anbieter- etwa CoreWeave
. Während die Meta-Aktie im Nasdaq 100 mit plus 10
Prozent von dieser Neuigkeit profitierte, büßte das Papier von
CoreWeave dort als einer der schwächsten Werte 12 Prozent ein.
Unter den Branchengrößen mit Cloudgeschäft verloren Oracle
1,6 Prozent während es Amazon gelang,
ins Plus zu drehen. Auch die Aktien von Alphabet und
Microsoft ließen sich nicht beeindrucken und legten
zu. Meta würde - sollten die Pläne umgesetzt werden -, auch
Branchengrößen wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und
Google Cloud mit dem neuen Geschäftsfeld Konkurrenz machen.
Salesforce waren im Dow Spitzenreiter mit plus 5,0
Prozent. Die Aktie des Softwareherstellers profitierte wie andere
Branchenwerte davon, dass an diesem Tag Software-Titel wieder
gefragt waren, während Chip-Aktien unter Druck standen. Obendrein
hat die Investmentbank Guggenheim das Papier auf "Buy" hochgestuft.
Unter den Standardwerten ging der Blick vor allem auf Nike
. Der Sportwarenkonzern übertraf mit seinem
Quartalsbericht überwiegend die Erwartungen. Dennoch wies der Adidas
-Rivale auf eine insgesamt trübe Branchenstimmung hin.
Analysten kommentierten zwar als besonders enttäuschend die gesenkte
Umsatzprognose, doch sei das Ergebnisziel je Aktie beibehalten
worden, hieß es etwa von der Bank of America. Dass die Aktie um 2,4
Prozent stieg, dürfte aber auch der vorangegangenen Kursschwäche
geschuldet sein. Erst vor wenigen Tagen war sie mit 40 US-Dollar auf
den tiefsten Stand seit 12 Jahren gesackt.
Im Blick stand zudem ein Börsengang. Das Papier des in Mailand
ansässigen Unternehmens Bending Spoons , das
angeschlagene Softwarefirmen aufkauft, startete bei 31 Dollar und
damit 2 Dollar über dem Ausgabepreis. Zuletzt ging es um rund 30
Prozent auf 37,66 Dollar hoch. Das Unternehmen und Investoren wie
etwa Baillie Gifford verkauften knapp 58 Millionen Papiere. Durch
den Börsengang ergibt sich für Bending Spoons ein Marktwert von 19,7
Milliarden Dollar./ck/he