Aktien New York: Gewinne - Schnäppchenjäger sorgen für Nasdaq-Erholung
Nach dem jüngsten Rückschlag an der überwiegend
mit Technologieaktien bestückten US-Börse Nasdaq haben
Schnäppchenjäger am Montag wieder für Kursgewinne gesorgt. Zudem
verhalf die von Fusions- und Übernahmefantasien geprägte Stimmung in
der Telekombranche Standardwerten zu Gewinnen.
Geopolitisch bleibt der Nahost-Konflikt im Blick, auch wenn das
Interesse der Anleger zunehmend schwindet. Nach einer erneuten
militärischen Eskalation am Persischen Golf lässt der Iran die USA
über einen weiteren Verhandlungstermin bislang im Unklaren.
Spannungsvoll warten die Anleger dagegen auf Neuigkeiten vom
Notenbanker-Treffen in Portugal, wo der neue Fed-Präsident Kevin
Warsh seinen Einstand auf der internationalen Bühne gibt.
Der Dow Jones Industrial legte rund zwei Stunden vor
dem Börsenschluss um 0,7 Prozent auf 52.242 Zähler zu. Damit steigt
der bekannteste Wall-Street-Index wieder in Richtung seines jüngsten
Rekordhochs, das er am vergangenen Donnerstag bei etwas über 52.655
Punkten erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500
gewann 1,1 Prozent auf 7.437 Punkte. Der technologielastige
Auswahlindex Nasdaq 100 stieg nach zeitweise
abbröckelnden Erholungsgewinnen und einem kurzen Ausflug in die
Verlustzone zuletzt um 2,1 Prozent auf 29.740 Punkte hoch.
Unter den Branchen zog vor allem der Sektor "Communication Services"
Aufmerksamkeit auf sich. Dort herrscht Fusions- und
Übernahmefantasie. Auslöser ist zuvorderst Comcast ,
dessen Aktie um 6,0 Prozent zulegte. Der Konzern plant, sein
Mediengeschäft von seinem Kabelfernseh- und Internetgeschäft zu
trennen und NBC Universal sowie Sky in ein neues börsennotiertes
Unternehmen auszugliedern, um den Unternehmenswert zu steigern.
Daraufhin zogen unter anderem die Aktien von Charter Communications
und Liberty Broadband um jeweils rund
12 Prozent an.
Iridium Communications gewannen 24 Prozent auf 53,98
US-Dollar. SpaceX-Rivale Rocket Lab gab
eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des
Satellitenspezialisten für 54 Dollar je Aktie in bar und Aktien
bekannt. Davon profitierte auch das Papier des Iridium-Konkurrenten
ViaSat , das um rund 23 Prozent stieg. Rocket Lab
gewannen 16 Prozent.
Verizon büßten dagegen knapp 6 Prozent ein. Der
Telekomriese erwartet für das zweite Quartal einen Verlust zwischen
700 und 800 Millionen Dollar, nachdem er mit der britischen BT Group
eine Vereinbarung zur Gründung eines
50/50-Gemeinschaftsunternehmens für ihre internationalen
Geschäftsbereiche getroffen hat. Verizon stuft die in das Joint
Venture eingebrachten Geschäftsbereiche als "zur Veräußerung
gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" ein, was zu dem
geschätzten Verlust führt.
Dass Verizon an diesem Tag außerdem aus dem Dow ausschied und der
A-Aktie von Alphabet Platz machte, könnte ebenfalls
auf die Stimmung drücken. Dagegen nahm Alphabet mit plus 4,8 Prozent
den ersten Platz im 30 Werte umfassenden Dow ein. Amazon
waren mit plus 3,6 Prozent der zweitstärkste Wert.
Nach Angaben von Adobe Analytics erreichten die Konsumentenausgaben
bei allen Einzelhändlern in den USA während der "Prime Day"-Tage von
Amazon Ende Juni ein Volumen von 26,4 Milliarden Dollar und lagen
damit etwas über einer früheren Schätzung.
Die Aktie des Industrieunternehmens Honeywell International
büßte zuletzt 2,7 Prozent ein, während die an diesem
Tag erstmals gehandelte Aktie der Luftfahrtsparte Honeywell
Aerospace um 2,7 Prozent stieg. Am 15. Juni war die
Abspaltung offiziell genehmigt worden. Während das
Honeywell-International-Papier nun unter dem Namen Honeywell
Technologies firmiert und weiter im Dow bleibt, wurde es im S&P 100
an diesem Tag durch Honeywell Aerospace
ersetzt./ck/he