Wiener Börse (Nachmittag) - ATX fällt um 0,74 Prozent / Verwirrung um neue Verhandlungen zwischen dem Iran und USA - Bauwerte unter Druck
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag im Verlauf weiterhin mit Verlusten gezeigt. Keinerlei Sicherheit bringt die Entwicklungen im Iran-Krieg. Hier herrscht Verwirrung um Verhandlungen in Katar. Der heimische Leitindex ATX verlor 0,74 Prozent auf 6.358,90 Punkte. Der ATX Prime gab um 0,71 Prozent auf 3.129,99 Zähler nach. Die europäischen Börsen notierten am Nachmittag uneinheitlich.
Der Iran und die USA machen widersprüchliche Angaben über neue Verhandlungen am Dienstag im katarischen Doha. Während der Iran am Montag US-Medienberichte über kommende Gespräche dementiert hat, hält US-Präsident Donald Trump an seinen Plänen fest. "Der Iran hat um ein Treffen gebeten. Es wird morgen in Doha stattfinden!", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi hatte am Montag iranischen Medien gesagt, dass eine Gesprächsrunde stattfinden werde, "sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde". Das Abhalten von technischen Sitzungen der Arbeitsgruppen sei für diese Woche nicht geplant.
Keine merklichen Kursauswirkungen hatten die am Vormittag gemeldeten Konjunkturdaten. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hellte sich im Juni überraschend deutlich auf. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Punkte auf 95,0 Punkte, wie die Europäische Kommission mitteilte. Der Aufschwung des ESI wurde im Juni durch ein gestiegenes Vertrauen in nahezu alle Sektoren - Einzelhandel, Industrie, Dienstleistungen und bei den Verbrauchern - getrieben. Lediglich das Vertrauen im Baugewerbe ging zurück.
Unerwartet gestiegen ist im Mai das Wachstum der Geldmenge im Euroraum. Die breit gefasste Geldmenge M3 legte im Jahresvergleich um 3,2 Prozent zu, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unveränderten Rate gerechnet. Unternehmen außerhalb der Finanzbranche bekamen 4,0 Prozent mehr Kredite als vor einem Jahr.
Auf Unternehmensebene blieb die Meldungslage am heimischen Aktienmarkt sehr ruhig. Die meisten ATX-Werte befanden sich am Nachmittag weiter im Minus. Die AT&S-Papiere gaben erneut nach und kamen um weitere drei Prozent zurück. In der Vorwoche gaben die Werte des Leiterplattenherstellers kumuliert knapp 15 Prozent ab.
Unter Druck gerieten auch die Bauwerte. Wienerberger fielen um 2,63 Prozent auf 23 Euro. Die Analysten der UBS bestätigten sowohl ihr Kursziel für den Baustoffhersteller von 21 Euro als auch die Empfehlung "Sell". "Wir gehen davon aus, dass sich die zu Beginn des zweiten Quartals verzeichnete Absatzdynamik abgeschwächt hat, sind jedoch der Ansicht, dass die Kostenentwicklung wahrscheinlich im Rahmen blieb, wobei im zweiten Halbjahr mit stärkeren Gegenwinden zu rechnen ist", hieß es von UBS.
Bankenwerte zeigten sich unterschiedlich. RBI verloren 0,36 Prozent, Erste Group 0,26 Prozent. BAWAG gewannen hingegen 0,35 Prozent.
Im prime market stiegen die Aktien von Bajaj Mobility um 2,94 Prozent. Bereits am Freitag hatte es einen Zuwachs von mehr als einem Prozent für den Motorradbauer gegeben. Rosenbauer und Austriacard legten jeweils um 1,69 Prozent zu, wobei der B2B-Anbieter für sichere Daten, Smart Cards und Zahlungslösungen ex Dividende gehandelt wird.
rst/ste
ISIN AT0000999982