Wiener Börse (Mittag) - ATX weitet Plus auf 0,92 Prozent aus / Europäisches Börsenumfeld ohne klarem Richtungstrend - Vor US-Zinsentscheidung am Abend - Lenzing-Aktie springt nach "Buy"-Empfehlung hoch
Die Wiener Börse hat sich am Mittwoch im Mittagshandel mit ausgeweiteten Zuwächsen präsentiert. Der Leitindex ATX legte gegen zwölf Uhr um 0,92 Prozent auf 6.504,30 Einheiten zu. An den wichtigsten europäischen Leitbörsen gab es noch keinen klaren Richtungstrend zu sehen.
Das Highlight des heutigen Tages dürfte am Abend international die Entscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed darstellen, schrieben die Helaba-Analysten in ihrem Frühkommentar. Mit einer Veränderung des Leitzinsniveaus ist nicht zu rechnen und marktseitig ist dies auch vollkommen antizipiert. Wichtiger wird die Kommunikation der Notenbanker sein, hieß es weiter von den Experten.
Am heimischen Aktienmarkt stand Kapsch TrafficCom mit der Vorlage endgültiger Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr im Fokus. Laut Erste Group-Analysten entsprachen die Ergebnisse den vorläufigen Zahlen.
Der Wiener Mautsystemanbieter hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 einen deutlichen Umsatzrückgang verbucht. Die Verkaufserlöse sanken gegenüber dem Jahr davor von rund 530 auf 431 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte dank einer vergleichsweisen Einigung mit der Bundesrepublik Deutschland 8 Mio. Euro. Die Kapsch-Papiere gaben 0,7 Prozent nach.
Einen Kurssprung von 13,6 Prozent auf 27,55 Euro absolvierte die Lenzing-Aktie. Hier beflügelte wohl eine positivere Expertenmeinung. Die Analysten der Berenberg Bank haben ihr Anlagevotum für die Titel des Faserherstellers von "Hold" auf "Buy" hochgenommen und das Kursziel von 24 auf 29,5 Euro nach oben revidiert.
Semperit tendierten prozentuell unverändert. Die B&C-Gruppe hält laut Angaben vom Dienstagabend bald 63,4 Prozent an Semperit. Mit einem Übernahmeangebot, dessen Frist am 12. Juni geendet hatte, hat B&C den Anteil am Kautschukverarbeiter damit um gut 5 Prozent gesteigert, zuvor hatte man 58 Prozent gehalten.
Die Aktien von Strabag werden zur Wochenmitte ex Dividende in Höhe von 2,9 Euro je Anteilsschein gehandelt. Die Titel des Baukonzerns gaben 3,5 Prozent bzw. 3,3 Euro auf 90,60 Euro nach.
Die Papiere von AT&S zogen nach den klaren Vortagesabschlägen um fast acht Prozent hoch. Am Dienstag hatten die Titel des Leiterplattenherstellers 6,7 Prozent eingebüßt, nach einem Kurssprung zum Wochenstart in Höhe von 36 Prozent.
Ins Blickfeld der Akteure rückten neben der Fußball-WM auch heimische Inflationszahlen. Die Inflation in Österreich hat im Mai weiter zugelegt. Die Teuerungsrate kletterte auf 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im April, wie die Statistik Austria mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,1 Prozent. Damit wurde eine frühere Schnellschätzung bestätigt. Hauptverantwortlich für den Anstieg waren Dienstleistungen, auch Preiserhöhungen bei Treibstoff und Heizöl trugen dazu bei.
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