ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne - EuroStoxx unter Rekord vom Vortag
Der EuroStoxx 50 hat
am Dienstag erneut zugelegt. Weiterhin erfreute die Anleger die
Aussicht auf die am Freitag anstehende Unterzeichnung des
Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des
Krieges. Allerdings verfehlte der Leitindex der Eurozone knapp ein
erneutes Rekordhoch. Am Ende stand ein Plus von 0,45 Prozent auf
6.257,42 Punkte zu Buche.
Der Schweizer SMI stieg um 0,32 Prozent auf 13.761,53
Punkte. Er hatte am Montag nur ein knappes Plus ins Ziel gerettet.
Der britische FTSE 100 , der zu Wochenbeginn mit einem
Verlust aus dem Handel gegangen war, gewann nun 0,61 Prozent auf
10.494,21 Punkte.
Im europäischen Branchentableau standen Autowerte
nach der jüngsten Erholung unter Druck. Sie litten
unter dem Verkaufseinbruch auf dem chinesischen Markt im Mai. Die
Gründe dafür seien klar, sagt Cui Dongshu, Generalsekretär des
chinesischen Verbands für Personenkraftwagen. Aus seiner Sicht
belastet vor allem der Rückgang staatlicher Hilfen den Markt. Hinzu
kämen die hohen Benzinpreise seit dem Beginn des Iran-Kriegs und die
schwache Kaufkraft vieler Verbraucher.
Gefragt waren dagegen Industrietitel , nachdem sich
die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzmarktteilnehmern im Juni
unerwartet deutlich erholt haben. "Die Expertinnen und Experten
setzen darauf, dass sich der Iran-Konflikt dem Ende nähert",
kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage.
Der massive Druck auf die Energiepreise und Inflation dürfte sich
abschwächen, was sich positiv auf die energieintensive Industrie und
die privaten Haushalte auswirke.
Der ebenfalls starke Banken-Index notierte weiter auf
dem höchsten Niveau seit der Finanzkrise im Jahr 2008. An der Spitze
der Branchenübersicht und zugleich als bester Wert im EuroStoxx
zogen die Papiere der Unicredit um gut vier Prozent
an.
Die Bank of America hatte das italienische Kreditinstitut zur
Top-Empfehlung unter den Banken der Europäischen Union gekürt. Die
Analysten gehen davon aus, dass eine Übernahme der Commerzbank
Wertpotenzial freisetzen könnte, das bislang noch
nicht im Kurs berücksichtigt ist.
Anfang Mai hatte die Unicredit eine freiwillige Offerte für die
Commerzbank vorgelegt und bietet eigene Aktien zum Tausch. Und dank
des zuletzt starken Kursanstieges der Unicredit-Papiere würde sich
die Annahme des Angebots nun auch bezahlt machen, auch wenn der
deutsche Staat die Offerte als zweitgrößter Aktionär ablehnt./la/men