Aktien Frankfurt: Dax ringt weiter um 25.000-Punkte-Marke
Ein weiterer Vorstoß des Dax
über die 25.000-Punkte-Marke steht am Dienstag auf der Kippe. Nach
dem positiven Wochenstart wegen eines Rahmenabkommens zur Lösung des
Iran-Kriegs stieg der Leitindex in der Spitze bis über 25.100
Punkte. Am Nachmittag lag er dann aber mit 25.008 Punkten nur noch
knapp über der Tausendermarke. Das Kursplus betrug dabei noch fast
ein halbes Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen
Werten legte ähnlich stark auf 32.733 Punkte zu.
Zu Wochenbeginn war der Dax schon einmal nur kurz über die 25.000
Punkte gestiegen. Marktbeobachter zeigten sich jetzt gespannt, ob es
dem Leitindex dieses Mal gelingt, sich am Ende über der
Tausendermarke zu behaupten. Am Vortag hatten die dazu notwendigen
Anschlusskäufe noch gefehlt. Der LBBW-Experte Rolf Schäffer sieht in
dem Abkommen einen "diplomatischen Erfolg auf Bewährung", betonte
aber auch, dass noch kein Schlussstrich unter den Konflikt gemacht
werden könne.
Bei Anlegern rückt nun der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am
Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den
Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef
(Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den
Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten.
Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden
Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
Wichtig für die Marktstimmung bleibt wohl auch der weitere Weg der
SpaceX -Aktien, deren Rally nach dem Rekord-Börsengang
auch nicht wegen der am Dienstag vermeldeten Übernahme des
KI-Spezialisten Cursor abbricht. Anders als in der Vorwoche gibt es
derzeit auch bei anderen Technologie-Titeln keine Mittelabflüsse.
Der Nasdaq 100 Index nähert sich wieder seinem
Rekordhoch.
Die Aktien von Siltronic gehörten seit Anfang April
zu den Titeln, die der globalen Tech-Rally gefolgt waren. Der
Waferhersteller nutzte das jüngste Hoch seit 2022 dazu, um sich
frisches Kapital zu besorgen. Drei Millionen neue Aktien wurden zu
je 91 Euro ausgegeben. Der Kurs näherte sich am Morgen kurz diesem
Preis, stabilisierte sich dann aber schnell. Zuletzt war der
Abschlag bei 95,65 Euro etwa zwei Prozent groß.
Zum Spitzenreiter im Dax wurden mit fast vier Prozent Plus die
Anteile der Gea Group nach einer Kaufempfehlung der
Deutschen Bank. Der Kurs des Maschinenbauers schaffte es in der
Jahresbilanz wieder in die Gewinnzone. Mit einem Kursziel von 70
Euro sieht der Experte Lars vom-Cleff viel Luft nach oben für die
Aktien, die Anfang Juni noch ein Tief seit mehr als einem Jahr
erreicht hatten. Er betonte, die robusten Fundamentaldaten stünden
in einem Missverhältnis zur Bewertung.
Anders bewertet Deutsche Bank Research die Situation bei Brenntag
, denn für den Chemikalienhändler wurde die bisherige
Kaufempfehlung aufgegeben. Tristan Lamotte erwähnte, das Unternehmen
sei zuletzt im Zuge des Nahostkonflikts wegen höherer Preise ein
Profiteur gewesen. Da das Abkommen den Konflikt nun erst einmal
entschärfe, sollte sich die Lage normalisieren. Der Brenntag-Kurs
fiel um 1,5 Prozent. Er war damit in guter Gesellschaft von
allgemein schwachen Automobilwerten.
Im Fokus blieb ansonsten das Ringen um die Übernahme der Commerzbank
- vor allem aber wegen des Kursanstiegs bei den
Aktien des Bieters Unicredit . Auf dessen nun
erreichtem Kursniveau von fast 78 Euro ist die Offerte rechnerisch
mehr Wert als die 36,45 Euro, die aktuell für die Commerzbank-Aktien
gezahlt werden. Erstmals würde sich damit eine Annahme des Angebots
bezahlt machen, auch wenn der deutsche Staat die Offerte als
zweitgrößter Aktionär ablehnt.
Bei Redcare Pharmacy wirkte ein angehobener
Jahresausblick nochmals dynamisch nach. Am Vortag hatte er im späten
Handel schon ein Kursfeuerwerk ausgelöst, das nun mit einem
Kurssprung um nochmals 7,5 Prozent weiter ging. Der Kurs der
Online-Apotheke schaffte es erstmals seit Anfang März wieder über
die 60-Euro-Marke. Das charttechnische Blatt könnte sich damit
längerfristig positiv wenden./tih/jha/