Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gewinnt 0,34 Prozent / Warten auf Unterzeichnung des Nahost-Rahmenabkommens und den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch - AT&S verlieren 6,8 Prozent
Der Wiener Aktienmarkt bewegte sich im Verlauf an einem international noch ruhigen Tag weiter im Gewinnbereich. Der Leitindex ATX lag mit einem Zuwachs von 0,34 Prozent bei 6.442,43 Punkten. Der weiter gefasste ATX prime wies plus 0,31 Prozent bei 3.172,38 Zählern auf. Im europäischen Umfeld war ebenfalls ein Zuwachs zu beobachten.
Beflügelt wurden die Märkte zu Wochenbeginn durch die angebliche Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Dynamik daraus scheint verflogen zu sein. Skepsis ist aber laut manchen Analysten angebracht. "Das Abkommen muss erst noch unterzeichnet werden und die wichtigsten und kritischsten Themen darin müssen ebenso erst gelöst werden", merken die Experten der Helaba an.
Ähnlich sah das Wifo-Chef Gabriel Felbermayr im Ö1-"Mittagsjournal". Ob das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich hält, müsse sich erst zeigen. Aber "wenn nicht am Freitag eine Enttäuschung kommt, sind das Dinge, die uns konjunkturell und bei der Inflationsbekämpfung sehr helfen würden." Sehr rasch sollte man den Effekt aber nicht erwarten, so Felbermayr.
Bei Anlegern rückt nun der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef (Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
In Österreich war einmal mehr der steirische Leiterplattenhersteller AT&S der Hingucker. Nachdem AT&S gestern um rund 36 Prozent abhoben, kamen sie heute um 6,76 Prozent auf 195,80 Euro zurück und waren damit Schlusslicht im ATX. Deutsche Bank Research hat für die Steirer, die am Wochenende eine umfangreiche Kapazitätserweiterung bei High-End-IC-Substraten für KI- und HPC-Anwendungen bekanntgegeben haben, heute das Kursziel deutlich von 120 auf 310 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde beibehalten.
Gut aufwärts ging es bisher für die im ATX schwer gewichteten Bankenwerte. Raiffeisen Bank International, BAWAG und Erste Group gewannen zwischen 1,4 und 2,4 Prozent. Sinkende Ölpreise ließen auch OMV um 0,8 Prozent sinken. Topwert im ATX prime waren Zumtobel, die 5,4 Prozent hinaufgingen.
voestalpine büßten 0,3 Prozent ein. Die voestalpine Railway Systems hat für das europäische Infrastrukturprojekt Rail Baltica ihren nach eigenen Angaben bisher größten Einzelauftrag erhalten. Der Rahmenvertrag über rund 470 Mio. Euro umfasst die Lieferung von bis zu 1.000 Hochgeschwindigkeits- und Normalgeschwindigkeitsweichen inklusive Überwachungstechnologie für die künftige Hochleistungsbahnstrecke zwischen Helsinki und Warschau, wie der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine am Dienstag mitteilte.
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