Der Dax ist am Dienstag erneut
über die 25.000-Punkte-Marke geklettert. Nach dem positiven
Wochenstart wegen eines Rahmenabkommens zur Lösung des Iran-Kriegs
schraubte der Leitindex sein Hoch seit Anfang Juni über 25.100
Punkte nach oben. Zur Mittagszeit lag er dann noch 0,7 Prozent höher
bei 25.061 Zählern. Der MDax mit den mittelgroßen
Werten gewann ein halbes Prozent auf 32.734 Punkte.
Zu Wochenbeginn war der Dax nur kurz über die 25.000 Punkte
gestiegen. Marktbeobachter zeigen sich jetzt gespannt, ob es dem
Leitindex dieses Mal gelingt, sich über der Tausendermarke zu
halten. Am Vortag hatten die dazu notwendigen Anschlusskäufe noch
gefehlt. Der LBBW-Experte Rolf Schäffer sieht in dem Abkommen einen
"diplomatischen Erfolg auf Bewährung", betonte aber auch, dass noch
kein Schlussstrich unter den Konflikt gemacht werden könne.
Bei Anlegern rückt nun der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am
Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den
Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef
(Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den
Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten.
Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden
Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
Wichtig für die Marktstimmung bleibt wohl auch der weitere Weg der
SpaceX -Aktien, deren Rally nach dem Rekord-Börsengang
bislang nicht abbricht. Am Vortag hatten in New York auch andere
Technologie-Titel nicht unter Mittelabflüssen gelitten. Mit einem
Anstieg um mehr als drei Prozent hatte sich der Nasdaq 100 Index
dort wieder seinem jüngsten Höchststand genähert.
Die Aktien von Siltronic gehörten seit Anfang April
zu den Titeln, die der globalen Tech-Rally gefolgt waren. Der
Waferhersteller nutzte das jüngste Hoch seit 2022 dazu, um sich
frisches Kapital zu besorgen. Drei Millionen neue Aktien wurden zu
je 91 Euro ausgegeben. Der Kurs näherte sich am Morgen kurz diesem
Preis, stabilisierte sich dann aber bei 91,50 Euro. Zuletzt war der
Abschlag bei 97 Euro nur noch weniger als ein Prozent groß.
Im Dax erholten sich die Rheinmetall -Aktien - wie
auch die Rüstungswerte Renk und Hensoldt
im MDax - um bis zu drei Prozent von ihren
Kursverlusten, die es am Vortag in einer ersten Reaktion auf das
Rahmenabkommen gegeben hatte.
Zum Spitzenreiter im Leitindex wurden mit fünf Prozent Plus die
Anteile der Gea Group nach einer Kaufempfehlung der
Deutschen Bank. Der Kurs des Maschinenbauers schaffte es damit in
der Jahresbilanz wieder in die Gewinnzone. Mit einem Kursziel von 70
Euro sieht der Experte Lars vom-Cleff viel Luft nach oben für die
Aktien, die Anfang Juni noch ein Tief seit mehr als einem Jahr
erreicht hatten. Er betonte, die robusten Fundamentaldaten stünden
in einem Missverhältnis zur Bewertung.
Anders bewertet Deutsche Bank Research die Situation bei Brenntag
, denn für den Chemikalienhändler wurde die bisherige
Kaufempfehlung aufgegeben. Tristan Lamotte erwähnte, das Unternehmen
sei zuletzt im Zuge des Nahostkonflikts wegen höherer Preis ein
Profiteur gewesen. Da das Abkommen den Konflikt nun erst einmal
entschärfe, sollte sich die Lage normalisieren. Der Brenntag-Kurs
gab um 1,7 Prozent nach.
Auch Puma wurden mit einem Plus von fast drei Prozent
von einem Analystenkommentar bewegt. Eine Kaufempfehlung von HSBC
sorgte dafür, dass die Anleger des Sportartikelherstellers das
bisherige Jahreshoch der Aktien wieder ins Visier nehmen konnten.
Die Experten der britischen Bank verwiesen auf die Beteiligung von
Anta Sports als Schlüssel neuer Wachstumschancen.
Bei Redcare Pharmacy wirkte ein angehobener
Jahresausblick nochmals dynamisch nach. Am Vortag hatte er im späten
Handel schon ein Kursfeuerwerk ausgelöst, das nun mit einem Sprung
um fast zehn Prozent weiter ging. Der Kurs der Online-Apotheke
schaffte es erstmals seit Anfang März wieder über die 60-Euro-Marke.
Das charttechnische Blatt könnte sich damit längerfristig positiv
wenden./tih/jha/