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WOCHENAUSBLICK: Friedenshoffnung stützt den Dax - Fed-Sitzung ebenfalls im Blick

Die Aussicht auf ein baldiges Rahmenabkommen der USA mit dem Iran im Nahost-Krieg könnte den deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche stützen. "Die Investoren klammern sich nun fanatisch an die Hoffnung, dass sich die fatale Lage an der Straße von Hormus endlich entspannt", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades.

Der Iran hat die für den Welthandel wichtige Meerenge faktisch gesperrt, was den Ölpreis in die Höhe schnellen ließ. Sollte jetzt die Straße von Hormus mit dem Rahmenabkommen wieder vollständig geöffnet werden, könnte der Preis für Rohöl weiter und massiv fallen. Dies wiederum würde Sohlleder zufolge die hartnäckige Inflation sofort an der Wurzel packen und selbst die jüngste Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) blitzschnell relativieren.

Die EZB hatte sich am Donnerstag mit dem ersten Zinsschritt nach oben seit fast drei Jahren gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs gestemmt. Der Schritt gilt aber auch als heikel, da höhere Zinsen Kredite für Verbraucher und Firmen verteuern, was die Nachfrage bremsen und so letztlich die hierzulande ohnehin schon schwache Konjunktur weiter abschwächen könnte.

In der neuen Woche nun müssen die Mitglieder der US-Notenbank Fed bewerten, welche Auswirkungen die geopolitische Lage und die konjunkturelle Entwicklung auf die Inflation sowie den Arbeitsmarkt haben. Dabei wird die Sitzung von dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh geleitet.

Analyst Patrick Franke von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nicht damit, dass die Fed eine Zinserhöhung beschließt. Kevin Warsh habe sich wiederholt gegen Vorfestlegungen ausgesprochen. Insofern dürfte er auch kaum auf ein klares Signal für die kommenden Sitzungen hinwirken.

Wahrscheinlich hofften Warsh und die anderen Geldpolitiker der Fed auf ein baldiges Ende der Blockade im Persischen Golf und in der Folge auf eine spürbare Entlastung auf der Preisseite, fuhr Franke fort. Je länger die Lieferkettenstörungen durch den Iran-Krieg allerdings andauerten, desto größer werde das Risiko, dass die US-Notenbank um eine geldpolitische Straffung nicht herumkommen wird.

Unter dem Strich bleibt das Umfeld für den deutschen Aktienmarkt erst einmal freundlich. Erst kürzlich hatte die DZ Bank ihr Ziel für den Stand des Leitindex Dax am Ende des Jahres von 25.000 auf 27.500 Zähler nach oben geschraubt. Das Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten erreichte Rekordhoch wäre damit locker übertroffen.

Das Hauptszenario der DZ Bank basiert auf der Annahme einer Deeskalation am Persischen Golf, da eine Entspannung im Interesse beider Parteien liege. Auf iranischer Seite habe die Blockade die Deviseneinnahmen einbrechen lassen, da der Ölexport den Großteil der Ausfuhren stelle. Auf US-Seite belasten Henseler zufolge die Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten die Zustimmungswerte des US-Präsidenten.

In diesem Umfeld werden die Börsen generell von dem Ausbau der Infrastruktur rund um Künstliche Intelligenz angetrieben, schrieb Analystin Birgit Henseler. Aktuell sorgt auch der Rekord-Börsengang von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX für Fantasie am Gesamtmarkt.

Mit Blick auf den Aktienmarkt hierzulande könnte es am Freitag zu größeren Kursbewegungen kommen, denn dann ist wieder großer Verfallstag. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus, was für Nervosität sorgen kann.

Ebenfalls am Freitag veröffentlicht der Baumarkt- und Baustoffkonzern Hornbach Holding seine Quartalszahlen. Bereits zur Wochenmitte lohnt sich ein Blick auf die Aktien der Commerzbank . Denn am Dienstag um Mitternacht läuft das Angebot der italienischen Großbank Unicredit für den deutschen Wettbewerber ab.

Die Unicredit hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt und bietet dafür eigene Anteile. Bis Donnerstag kam die Unicredit eigenen Angaben zufolge 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient, obwohl der Wert der Offerte rechnerisch unter dem Preis eines Commerzbank-Anteils liegt.

Damit würde der Anteil der Unicredit rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Die Commerzbank hatte erst kürzlich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, weil sie bei Unicredit-Angaben ein falsches Spiel sieht.

Die Frankfurter Bank kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Gegenparteien von Unicredit für Finanzinstrumente seien - und keine unabhängigen Investoren. Die Unicredit hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Sie handle nach den gesetzlichen Anforderungen und stehe im transparenten Dialog mit der Bafin /la/jsl

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008

AXC0189 2026-06-12/16:35

Relevante Links: HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Space Exploration Technologies Corp., Commerzbank AG, UniCredit S.p.A.

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