Aktien Europa: Friedenshoffnung und Tech-Hype treiben EuroStoxx auf Rekordhoch
Die kräftige Erholung im weltweiten
Technologiesektor nach der Absage geplanter US-Angriffe auf den Iran
treibt die Börsen am Freitag kräftig an. In Europa erreichte der
EuroStoxx 50 am Vormittag mit über 6.200 Punkten ein
Rekordhoch. Zuletzt gewann der Leitindex der Euroregion 2,1 Prozent
auf 6.185 Punkte.
Außerhalb des Euroraums stieg der Schweizer SMI um
1,5 Prozent auf 13.737 Punkte. Der britische FTSE 100
legte um 1,3 Prozent auf 10.438 Zähler zu.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag ein baldiges
Rahmenabkommen mit dem Iran in Aussicht gestellt. Auch der Iran
sprach von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Die
Ölpreise gingen daraufhin zurück. Der heißgelaufene Techsektor bekam
nach dem zeitweisen Ausverkauf in den vergangenen Tagen durch die
neu entfachte Risikoneigung der Anleger wieder Rückenwind.
Die Rückkehr des Risikoappetits für Wachstumsaktien durch die
Hoffnungen auf ein Ende des Irankriegs begünstige auch einen
erfolgreichen ersten Handelstag der Weltraumfirma SpaceX
von Elon Musk, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von
der Consorsbank. Diese bringt der Tech-Milliardär an diesem Freitag
in einer Mega-Aktienplatzierung an die Börse.
Im europäischen Stoxx-600 Branchentableau verzeichnete vor dem
Wochenende der Sektor für Reise- und Freizeitwerte
die stärksten Aufschläge mit plus 5 Prozent. Aktien aus dem
Luftfahrtsektor legten deutlich zu, beflügelt von den
Friedenshoffnungen im Iran und den sinkenden Ölpreisen. Im EuroStoxx
gewannen die Titel des Zulieferers Safran unter den
besten Werten über 5 Prozent.
Auch Banken und Luxuswerte waren sehr fest. Die mit
einem möglichen Ende des Iran-Kriegs verbundene Chance auf eine
Konjunkturbelebung half. Deutsche Bank setzten sich
im EuroStoxx mit plus 6,3 Prozent an die Spitze. Die Luxus-Aktien
Hermes und LVMH zogen um jeweils mehr
als 5 Prozent an.
Einzige Branche im roten Bereich war der Ölsektor mit
minus 3 Prozent angesichts der fallenden Ölpreise. Totalenergies
und Eni lagen im EuroStoxx hinten mit
Abschlägen von bis zu 4 Prozent.
Adyen profitierten mit einem Plus von 5 Prozent von
der Übernahme des US-Startups Orb. Damit erhalte der niederländische
Zahlungsabwickler Zugriff auf eine Plattform für nutzungsbasierte
Abrechnungen, kommentierte Experte Hannes Leitner vom Analysehaus
Jefferies. Dahin gehe der Trend - weg vom klassischen
Abo-Modell./ajx/stk