ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erneute US-Tech-Schwäche zieht Indizes ins Minus
Ein erneuter Schwächeanfall der gut
gelaufenen US-Technologiebörse Nasdaq hat am Dienstag Europas
Aktienmärkte in Mitleidenschaft gezogen. In New York sei vor drei
Mega-Börsengängen im Tech-Sektor wieder Verkaufsdruck aufgekommen,
kommentierte Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC
Markets. Denn diese zögen die Liquidität aus den Märkten ab.
Der EuroStoxx 50 drehte ins Minus und schloss 0,21
Prozent tiefer mit 6.049,74 Punkten. Der britische FTSE 100
weitete mit 10.227,33 Punkten seinen Tagesverlust
sogar auf 1,41 Prozent aus. Ihn belasteten vor allem die
Kursabschläge von Banken-, Bergbau- und Ölwerten. Dagegen zeigte
sich der Schweizer SMI weniger beeindruckt vom
Handelsgeschehen in New York: Er behauptete ein Plus von 0,27
Prozent auf 13.356,31 Punkte.
In New York litten vor allem die stark gelaufenen Halbleitertitel
wie schon am Freitag unter Gewinnmitnahmen. Daraufhin zählten an
Europas Börsen die Branchenkollegen Infineon und
STMicro mit Verlusten von 3,3 beziehungsweise 5,9
Prozent zu den schwächsten Werten.
Ähnlich sah es beim Energietechnikspezialisten Siemens Energy
sowie beim Technologiekonzern Schneider Electric
aus, deren Titel 5,9 und 2,6 Prozent einbüßten. Beide
Unternehmen gelten als Profiteure der vom KI-Boom getriebenen
Energienachfrage für Rechenzentren. Der europäische
Technologiesektor lag im Branchentableau
weit hinten.
Die Aktien von Öl- und Gaskonzernen litten unter den
deutlich sinkenden Ölpreisen. Am schwächsten in Europa präsentierte
sich indes der Rohstoffsektor - auch angesichts
sinkender Preise für die wichtigen Edelmetalle Gold, Silber und
Platin.
Dagegen führte der Chemiesektor die Gewinnerliste in
Europa an. Hier stach SMI-Spitzenreiter Givaudan mit
einem Kursplus von 7,5 Prozent auf 3.147 Franken heraus. Deutsche
Bank Research hob das Kursziel von 3.000 auf 3.300 Franken an und
rät nun zum Kauf. Die Nachfrage bleibe solide, schrie Analystin
Virginie Boucher-Ferte. Die US-Bank JPMorgan drückte den Aktien den
Stempel "Positive Catalyst Watch" auf und signalisierte damit ihren
Optimismus vor dem Halbjahresbericht des Aromenherstellers am 23.
Juli.
Im letztlich wenig bewegten Pharmasektor fiel GSK
mit einem Kursminus von 0,5 Prozent etwas aus der
Reihe. Die Briten bauen ihr Krebsgeschäft mit der milliardenschweren
Übernahme des US-Biotechunternehmens Nuvalent weiter
aus. Der gesamte Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 10,6
Milliarden US-Dollar./gl/jha/