Aktien Europa: EuroStoxx leicht im Minus - Eskalation im Iran-Krieg
Die wieder verschärfte Lage in
Nahost hat am Montag den EuroStoxx 50 etwas belastet.
Am Sonntagabend hatte der Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten
wieder Raketen auf Israel abgefeuert, am Montagmorgen griff auch
Israel den Iran an. Die iranischen Angriffe erfolgten als Reaktion
auf israelische Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon.
Die jüngste Eskalation weckte die Befürchtung eines erneuten offenen
Konflikts zwischen den beiden Ländern. Ebenfalls droht damit auch
ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA zu scheitern.
Am Mittag stand Europas Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 6.034
Punkten. Zu Handelsbeginn war das Börsenbarometer um bis zu 1,4
Prozent abgesackt, bevor es sich peu a peu erholte. Außerhalb des
Euroraums büßte der Schweizer SMI zuletzt 0,3 Prozent
auf 13.345 Punkte ein, während der britische FTSE 100
0,1 Prozent auf 10.368 Punkte gewann.
Die Eskalation im Iran-Krieg belastete europaweit viele Branchen. Am
stärksten traf es die konjunktursensiblen Baustoffwerte
mit minus 1,6 Prozent. Unter den wenigen Gewinnen
legten Öl- und Gaswerte um 0,8 Prozent zu. Die
Ölpreise haben zuletzt als Reaktion auf die Eskalation im Iran-Krieg
deutlich zugelegt.
Unter den Einzelwerten sorgten Übernahmepläne für Bewegung. So geht
die Fusionswelle unter Italiens Banken weiter: Die Turiner Großbank
Intesa Sanpaolo will ihre heimische Konkurrentin
Banca Monte dei Paschi di Siena übernehmen.
Bereits am Wochenende hatte die deutlich kleinere Banco BPM
mitgeteilt, mit Monte dei Paschi zusammengehen zu
wollen. Damit kündigt sich ein Bieterkampf um die einstige
Krisenbank an, die vor neun Jahren vom italienischen Staat vor dem
Untergang gerettet worden war.
An der Börse in Mailand zogen die Aktien von Banca Monte dei Paschi
di Siena um fast zwölf Prozent an. Dagegen büßten die von Intesa
Sanpaolo knapp drei Prozent ein. Für die Anteilsscheine von Banco
BPM ging es um knapp zwei Prozent hoch.
In London schnellten die Aktien von Tate & Lyle um
knapp 14 Prozent auf 558 Pence in die Höhe. Der US-Rivale Ingredion
will den britischen Spezialzutatenhersteller
übernehmen. Das in Westchester im US-Bundesstaat Illinois ansässige
Unternehmen bietet insgesamt 615 Pence je Aktie. Die Anteile von
Tate & Lyle liegen damit deutlich unter dem von Ingredion
angebotenen Preis. Analysten führten dies auf Sorgen mit Blick auf
die wettbewerbsrechtliche Genehmigung der Offerte zurück./la/stk