ROUNDUP: Großbank Intesa will Monte dei Paschi für gut 30 Milliarden Euro kaufen
Die Fusionswelle unter Italiens
Banken geht weiter: Die Turiner Großbank Intesa Sanpaolo
An der Börse wurden die Neuigkeiten gegensätzlich aufgenommen: Die Aktie der Banca Monte dei Paschi legte am Morgen in Mailand um knapp 10 Prozent auf 9,77 Euro zu. Das Papier von Intesa Sanpaolo gab hingegen um knapp vier Prozent nach, und der Kurs von Banco BPM fiel um etwa ein halbes Prozent.
Eine Übernahme von Monte dei Paschi wäre der größte Deal in der seit
2024 anhaltenden Fusionswelle unter Italiens Geldhäusern. Im
vergangenen Jahr hatte Monte dei Paschi selbst ihre Konkurrentin
Mediobanca übernommen, und Banco BPM kaufte den Vermögensverwalter
Anima. Der Versuch der Großbank Unicredit
Banco BPM hat ihre potenzielle Offerte für Monte Paschi noch nicht beziffert. Es hatte lediglich geheißen, dass die fusionierte Bank auf einen gemeinsamen Börsenwert von mehr als 50 Milliarden Euro käme. Geplant sei eine Fusion unter Gleichen. Banco BPM selbst ist an der Börse lediglich rund 20 Milliarden Euro wert, woraus sich für Monte dei Paschi eine Bewertung von rund 30 Milliarden ergibt.
Intesa Sanpaolo ist mit einem Börsenwert von knapp 100 Milliarden Euro deutlich größer. Für jede Monte-dei-Paschi-Aktie bietet das Institut 1,6 Intesa-Aktien plus einen Euro in bar. Dies entspricht zusammen gut 10 Euro und liegt 12,5 Prozent über dem Schlusskurs der Monte dei Paschi vom Freitag. Insgesamt bewertet das Gebot das Geldhaus aus Siena mit rund 30,6 Milliarden Euro.
Im Zuge der Übernahme würde Monte dei Paschi keineswegs ganz in dem
Turiner Geldhaus aufgehen: Um kartellrechtlichen Bedenken
vorzubeugen, will Intesa die Marke Monte dei Paschi, rund die Hälfte
von deren Filialen, den Großteil der Konzernzentrale und weitere
Vermögenswerte an den Versicherer Unipol
Etwa 635 Geschäftsstellen von Monte dei Paschi sollen an Unipol gehen, die restlichen 625 an Intesa. Die jüngst von Monte dei Paschi übernommene Bank Mediobanca soll samt ihrer Marke bei Intesa landen.
Bankchef Carlo Messina verspricht sich von dem Vorhaben Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro vor Steuern. Diese würden im Jahr 2029 erreicht. Davon soll mit 1,5 Milliarden gut die Hälfte aus Kostensenkungen und der Rest aus höheren Erträgen stammen. Andererseits erwartet er einen Integrationsaufwand von 2,1 Milliarden Euro, der nach Steuern mit 1,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde.
Das Geldhaus aus Turin will auch die mit der Übernahme verbundene
13-prozentige Beteiligung am Versicherer Generali
ISIN IT0000072618 IT0004810054 IT0005239360 IT0005508921 IT0005218380
AXC0119 2026-06-08/10:38
Relevante Links: Intesa Sanpaolo S.p.A., Unipol Gruppo Finanziario S.p.A., Banco BPM, UniCredit S.p.A., Banca Monte dei Paschi di Siena S.p.A., Assicurazioni Generali S.p.A., Commerzbank AG