ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Broadcoms KI-Ausblick bremst Tech-Aktien
Ein enttäuschender Ausblick des Chipkonzerns
Broadcom hat am Donnerstag nach der ausgedehnten
KI-Rekordrally die Technologiebörse Nasdaq gebremst. Der Leitindex
Nasdaq 100 verlor 0,53 Prozent auf 30.407,81 Punkte.
Zuvor hatte er um bis zu 1,6 Prozent nachgegeben.
Der marktbreite S&P 500 gewann 0,41 Prozent auf
7.584,31 Zähler, blieb aber ohne Rekord. Weil Anleger auf
Standardwerte umschwenkten, stellte nur der Dow Jones Industrial
eine Bestmarke auf. Der Leitindex der Wall Street zog
gestützt auf Finanz- und Gesundheitswerte um 1,73 Prozent auf
51.561,93 Punkte an.
Was die Lage im Nahen Osten betrifft, gab es etwas mehr Hoffnung auf
eine wirksame Waffenruhe im Libanon, auch wenn die Hisbollah-Miliz
mit Israel ausgehandelte Bedingungen abgelehnt hat. Die Ölpreise
sanken, aber dies kam bei Technologiewerten nicht zur Geltung. Ein
Kursrutsch um 12,6 Prozent bei Broadcom riss an der
Nasdaq mehrere Chip-Aktien mit nach unten, die zuletzt gut gelaufen
waren.
Anleger hatten sich von Broadcom , dem sechstgrößten
Tech-Unternehmen der USA, schlicht mehr versprochen. Analysten sahen
im Ausblick einen Anlass für eine Pause, nachdem sich der Kurs seit
April 2025 mehr als verdreifacht hat. Die Messlatte, um immer wieder
für positive Überraschungen zu sorgen, liege mittlerweile hoch,
schrieb Blayne Curtis von Jefferies. Mehrere Experten sahen in dem
Rücksetzer aber auch eine Kaufgelegenheit.
Auffällig war, dass das Minus an der Nasdaq zustande kam, obwohl
sich unter den größten der Branche mit Alphabet ,
Amazon , Meta und Apple
fast alle im Plus bewegten. Börsianer könnten darin ein Indiz sehen,
dass die Rally zuletzt auf viel breiteren Beinen stand als vor
einiger Zeit noch gewohnt. Die Titel des Broadcom-Konkurrenten
Nvidia gewannen 1,8 Prozent.
Neben Broadcom konnte auch Crowdstrike den offenbar
enteilten Erwartungen nicht gerecht werden. Die Anteilscheine büßten
fast vier Prozent ein, obwohl das Sicherheitssoftware-Unternehmen
mit seinen Geschäftszahlen positiv überrascht hatte. Die Papiere
waren aber seit dem Jahrestief um mehr als das Doppelte gestiegen.
Unter den Standardwerten waren Banken dieses Mal begehrt. Noch vor
Goldman Sachs setzte sich der Krankenversicherer
Unitedhealth im Dow mit 5,2 Prozent Plus an die
Spitze. Analyst Kevin Fischbeck von Bank of America hatte sie mit
Verweis auf sich verbessernde Trends bei den medizinischen Kosten
zum Kauf empfohlen.
Für die in New York gelisteten Anteilscheine von Manchester United
ging es um gut sieben Prozent nach oben. Die
Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Kreise,
dass Mitglieder der Aktionärsfamilie Glazer darüber nachdenken, ihre
Anteile zu verkaufen. Anleger machen sich offenbar Hoffnung, dass
ein neuer Investor den britischen Fußballclub aus seinem sportlichen
Schattendasein führt.
Im Tech-Segment stand noch ein Börsengang eines
Quantencomputer-Spezialisten im Blickfeld: Der erste Kurs von
Quantinuum lag 13 Prozent über dem Ausgabepreis von
60 Dollar. Nach einer zeitweisen Steigerung bis über 70 Dollar war
die Luft aber raus. Am Ende lag der Kurs nur noch leicht über dem,
was Anleger bei der Zuteilung gezahlt hatten./tih/he