Aktien New York: Techwerte nach KI-Ausblick von Broadcom unter Druck
Ein enttäuschender Ausblick des Chipkonzerns
Broadcom hat am Donnerstag nach der ausgedehnten
KI-Rekordrally die Technologiebörse Nasdaq gebremst. Der Leitindex
Nasdaq 100 rutschte zunächst um bis zu 1,6 Prozent
ab, verlor zwei Stunden vor Schluss aber nur noch 0,2 Prozent auf
30.503 Punkte. Seit Ende März hatte er etwa um ein Drittel zugelegt.
Der marktbreite S&P 500 gewann 0,51 Prozent auf 7.592
Punkte, blieb aber ohne Rekord. Weil Anleger auf Standardwerte
umschwenkten, stellte nur der Dow Jones Industrial
eine Bestmarke auf. Der Leitindex der Wall Street stieg zuletzt um
1,6 Prozent auf 51.518 Punkte.
Was die Lage im Nahen Osten betrifft, gab es etwas mehr Hoffnung auf
eine Waffenruhe im Libanon, auch wenn die Hisbollah-Miliz die mit
Israel ausgehandelten Bedingungen abgelehnt hat. Sinkende Ölpreise
kamen aber bei Technologiewerten nicht zur Geltung. Ein Kursrutsch
um elf Prozent bei Broadcom riss an der Nasdaq eine
ganze Reihe an Chip-Aktien mit nach unten, die zuletzt gut gelaufen
waren. Die Titel von Nvidia gewannen allerdings
zuletzt 2,4 Prozent.
Anleger hatten sich von Broadcom, dem in US-Dollar sechstgrößten
Unternehmen der Welt, schlicht mehr versprochen. Analysten sahen
darin einen Anlass für eine Pause, nachdem sich der Kurs seit April
2025 mehr als verdreifacht hat. Die Messlatte, um immer wieder für
positive Überraschungen zu sorgen, liege mittlerweile hoch, schrieb
Blayne Curtis von Jefferies. Mehrere Experten sahen in dem
Rücksetzer aber auch eine Kaufgelegenheit.
Auffällig war, dass das Minus an der Nasdaq zustande kam und Bestand
hatte, obwohl sich unter den größten der Branche mit Alphabet
, Amazon , Meta und Apple
viele im Plus bewegten. Börsianer könnten darin ein
Indiz sehen, dass die Rally zuletzt auf viel breiteren Beinen stand
als vor einiger Zeit noch gewohnt.
Auch Crowdstrike konnte den offenbar enteilten
Erwartungen nicht gerecht werden. Die Anteilscheine büßten 4,4
Prozent ein, obwohl das Sicherheitssoftware-Unternehmen mit seinen
Geschäftszahlen positiv überrascht hatte. Die Papiere waren aber
seit dem Tiefstand im März um mehr als das Doppelte gestiegen.
Unter den Standardwerten waren Banken dieses Mal begehrt. Noch vor
Goldman Sachs setzte sich aber der Krankenversicherer
Unitedhealth im Dow mit fünf Prozent Plus an die
Spitze. Analyst Kevin Fischbeck von Bank of America hatte sie mit
Verweis auf sich verbessernde Trends bei den medizinischen Kosten
zum Kauf empfohlen.
Für die in New York gelisteten Anteilscheine von Manchester United
ging es fast neun Prozent nach oben. Die
Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Kreise,
dass Mitglieder der Aktionärsfamilie Glazer darüber nachdenken, ihre
Anteile zu verkaufen. Anleger machen sich offenbar Hoffnung, dass
ein neuer Investor etwas bei dem britischen Fußballclub, der
neuerdings ein sportliches Schattendasein führt, bewegt./tih/he