ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx legt zu - Libanon und Dow-Rückenwind
Die europäischen Börsen haben sich
am Donnerstag von ihren Vortagsverlusten erholt. Im Kontext der
internationalen Börsen gab es Rückenwind von den US-Standardwerten,
während in New York Gewinnmitnahmen den Technologiesektor
belasteten. Ein Kriterium blieb der sinkende Ölpreis wegen neuer
Hoffnung auf eine Waffenruhe im Libanon.
Der EuroStoxx 50 ging 0,82 Prozent höher bei 6.103,33
Punkten aus dem Handel. Außerhalb der Eurozone legte der
schweizerische SMI um 0,93 Prozent auf 13.341,27
Punkte zu. Der britische FTSE 100 gewann 0,27 Prozent
auf 10.360,32 Zähler. In den USA stieg der Dow Jones Industrial
auf ein Rekordhoch, während der Nasdaq 100
dort um 0,7 Prozent fiel.
Die Lage im Nahen Osten bleibt trotz der Kursgewinne in Europa
undurchsichtig. In den Iran-Verhandlungen erhöhte das
US-Repräsentantenhaus den Druck, indem für den Abzug des Militärs
aus den Kampfhandlungen gestimmt wurde. Zwischen Israel und dem
Libanon gibt es zwar einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher
faktisch kaum wirksamen Waffenruhe, doch die Hisbollah-Miliz im
Libanon lehnt die Bedingungen dafür ab.
In Europa zeigte sich der Tech-Sektor robuster als in den USA,
nachdem er am hierzulande am Vortag schon unter Druck gestanden
hatte. Ein enttäuschender Ausblick des US-KI-Riesen Broadcom
wirkte sich aber ebenfalls bei Chipwerten belastend
aus. Titel von Infineon und STMicroelectronics
verloren ihrem starken Lauf bis zu 3,4 Prozent unter
Druck.
Der Chipausrüster ASML , dessen Aktie am Vortag zur
europaweit wertvollsten aller Zeiten avanciert war, wurde zwar
Anfangs auch belastet, beendet den Handel aber 0,9 Prozent höher.
Sie näherte sich auf ihrer Rekordjagd ganz dicht der
1.500-Euro-Marke. Analysten von Bank of America und von Barclays
sehen noch viel Potenzial, sie nannten am Donnerstag Kursziele im
Bereich von 1.900 Euro und mehr.
In Paris zogen die Anteilsscheine des Spirituosenherstellers Remy
Cointreau nach der Präsentation der Jahresbilanz um
knapp zehn Prozent an. Analystin Celine Pannuti von der US-Bank
JPMorgan lobte die Ergebnisse und rechnet mit einem
Anstieg der Markterwartungen im mittleren bis hohen einstelligen
Prozentbereich. Auch der Ausblick sei ermutigend mit der erwarteten
Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum aus eigener Kraft.
Für die Papiere von Universal Music ging es um fast
fünf Prozent nach unten. Am Vorabend war nach Börsenschluss bekannt
geworden, dass die vom US-Investor Bill Ackman geführte Pershing
Square Capital ihre Beteiligung an dem
Musikunternehmen verkauft hat, nachdem ein Übernahmeangebot des
Hedgefonds-Milliardärs von Universal abgelehnt wurde./tih/he