Aktien Frankfurt: Uneinheitlich - Dax dank SAP mit positivem Juni-Start
Vor dem Hintergrund der sich wieder
verschärfenden Lage im Nahen Osten hat der deutsche Aktienmarkt zum
Start in den Börsenmonat Juni keine einheitliche Richtung
ausgebildet. Während der Dax vor allem von deutlichen
Kursgewinnen des Schwergewichts SAP profitierte, ging
es für die Papiere aus der zweiten und dritten Reihe überwiegend
abwärts.
Am Nachmittag notierte der Dax 0,5 Prozent höher bei 25.243 Punkten.
In der vergangenen Woche war der deutsche Leitindex in der Hoffnung
auf eine Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran bis auf
25.438 Punkte gestiegen. Diese Aussicht erhielt im Wochenverlauf
allerdings keine neue Nahrung, und so entfernte sich der Dax wieder
von seinem Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank
am Montag um 0,4 Prozent auf 33.232 Zähler. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,3
Prozent nach oben.
Die iranischen Revolutionsgarden meldeten einen Vergeltungsschlag
nach einem US-Luftangriff. Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait wegen
Luftangriffen Alarm ausgelöst. Das US-Militär hatte am Wochenende
eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran
bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne
abgeschossen haben soll. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um
ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden
Waffenruhe.
"Der Iran-Konflikt bleibt ungelöst, doch an den Finanzmärkten
überwiegt weiterhin die Hoffnung. Während die politische Realität
noch von offenen Fragen geprägt ist, richtet sich der Blick der
Anleger bereits auf einen möglichen Frieden im Nahen Osten",
kommentierte Marktanalyst Timo Emden.
Der Marktstratege Mislav Matejka von JPMorgan sieht
für das zweite Halbjahr weiter ein günstiges Verhältnis zwischen
Chancen und Risiken am Aktienmarkt. Trotz der Rekorde im MSCI World
UCITS und MSCI Emerging Markets Index sei der Markt noch fernab von
einer Bewertung für den Optimalfall.
Die Aktien von Softwareunternehmen zählten am Montag zu den größten
Gewinnern. In einem von weiteren Rekorden an der US-Technologiebörse
Nasdaq gestützten Umfeld setzten hierzulande SAP, Nemetschek
und Teamviewer ihre jüngste Erholung
beschleunigt fort. Weiterhin herrscht am Markt die Hoffnung vor,
dass der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz (KI) nicht
vornehmlich die Geschäftsmodelle der Software-Hersteller bedroht,
sondern auch Chancen bietet. Die Anteilsscheine von SAP verteuerten
sich an der Dax-Spitze um 7,9 Prozent und kletterten auf den
höchsten Stand seit Mitte März.
Die Papiere von Mercedes-Benz zeigten sich
unbeeindruckt von einem Gesetzesvorhaben in den USA, das in einem
Verkaufsverbot auf dem wichtigen Markt münden könnte und stiegen um
1,6 Prozent. Ein Gesetzentwurf, der einen Ausschuss im
US-Repräsentantenhaus passiert hat, sieht das Verbot von Produktion
und Verkauf von Fahrzeugen in den USA vor, deren Hersteller zu
mindestens 15 Prozent "US-Gegnerstaaten" gehören, darunter auch
China. Fast 20 Prozent der Mercedes-Anteile sind dem chinesischen,
staatlich kontrollierten Autokonzern BAIC und dem Eigentümer des
Geely-Autokonzerns zuzurechnen.
Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt geht dank
höherer Kundenanzahlungen in diesem Jahr von einem besseren Zustrom
freier Finanzmittel aus. Das sei hauptsächlich auf höhere
Kundenanzahlungen zurückzuführen, die durch beschleunigte
Beschaffungsprozesse in Deutschland unterstützt würden. Die
Hensoldt-Titel gehörten mit minus 4,2 Prozent dennoch zu den
schwächsten Aktien am hiesigen Markt. Auch andere Rüstungswerte wie
Rheinmetall und Renk verbuchten
deutliche Verluste./edh/stk