ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax startet stabil in den Juni
Nach dem ungewöhnlich guten Börsenmonat Mai
ist der deutsche Aktienmarkt relativ wenig bewegt in den Juni
gestartet. Der Dax notierte im frühen Handel nahezu
unverändert bei 25.102 Punkten. In der vergangenen Woche war der
deutsche Leitindex in der Hoffnung auf eine nachhaltige
Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran bis auf 25.438
Punkte gestiegen. Diese Aussicht erhielt im Wochenverlauf allerdings
keine neue Nahrung, und so entfernte sich der Dax wieder von seinem
Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank
am Montagmorgen um 0,6 Prozent auf 33.159 Zähler. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,1
Prozent abwärts.
"Der Iran-Konflikt bleibt ungelöst, doch an den Finanzmärkten
überwiegt weiterhin die Hoffnung. Während die politische Realität
noch von offenen Fragen geprägt ist, richtet sich der Blick der
Anleger bereits auf einen möglichen Frieden im Nahen Osten",
kommentierte Marktanalyst Timo Emden.
Der Marktstratege Mislav Matejka von JPMorgan sieht für das zweite
Halbjahr weiter ein günstiges Verhältnis zwischen Chancen und
Risiken am Aktienmarkt. Trotz der Rekorde im MSCI World UCITS und
MSCI Emerging Markets Index sei der Markt noch fernab von "priced
for perfection" - also einer Bewertung für den Optimalfall.
Die Aktien von Mercedes-Benz reagierten mit minus 0,2
Prozent auf ein Gesetzesvorhaben in den USA, das in einem
Verkaufsverbot auf dem wichtigen Markt münden könnte. Ein
Gesetzentwurf, der einen Ausschuss im US-Repräsentantenhaus passiert
hat, sieht das Verbot von Produktion und Verkauf von Fahrzeugen in
den USA vor, deren Hersteller zu mindestens 15 Prozent ausländischen
"US-Gegnerstaaten" gehören, darunter auch China. Fast 10 Prozent der
Mercedes-Anteile gehören dem chinesischen, staatlich kontrollierten
Autokonzern BAIC. Weitere knapp zehn Prozent sind dem Eigentümer des
Geely-Autokonzerns Li Shufu zuzurechnen. Der Entwurf
sei weit davon entfernt, Gesetz zu werden, und dürfte noch
Änderungen erfahren, könne aber zumindest die Marktstimmung
belasten, kommentierte ein Händler am Morgen.
Die Papiere von Siemens Energy zählten mit plus 2,1
Prozent zu den aktivsten Dax-Werten. Für Auftrieb sorgte die
Aufnahme in die "European Conviction List - Directors' Cut", der
Investmentbank Goldman Sachs. Analyst Ajay Patel geht davon aus,
dass mit der Geschäftsjahresbilanz die mittelfristigen Ziele
aufgestockt werden und es auch Neues zu den Ausschüttungen an die
Aktionäre geben wird. Siemens Energy sieht er als "strukturellen
Gewinner" in Zeiten steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren und
höherer Investitionen in Netzwerktechnologie./edh/stk