Wiener Aktienmarkt vorbörslich im Minus erwartet / Neue Angriffe im Nahen Osten lassen Ölpreise steigen - Zahlen von VIG, EVN und UBM im Fokus
Die Wiener Börse dürfte am Donnerstag nach einem neuen Schlagabtausch im Nahen Osten tiefer ins Geschäft starten. Gemäß den vorbörslichen Indikatoren dürfte der Leitindex aber weiter in Reichweite seines jüngsten Rekordhochs bleiben. Banken taxierten den ATX rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn bei 6.064 Punkten und damit ein halbes Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch.
Trotz der Waffenruhe und den laufenden Verhandlungen für ein Kriegsende haben die USA übereinstimmenden Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Der Iran meldete daraufhin einen Vergeltungsschlag auf einen US-Stützpunkt. Zudem belegte die US-Regierung die vom Iran neu geschaffene Behörde zur Kontrolle und Mauterhebung in der Straße von Hormuz mit Sanktionen. Vor diesem Hintergrund holten die Ölpreise einen guten Teil ihrer Vortagesverluste wieder auf.
Die Hängepartie im Nahost-Konflikt gehe in die Verlängerung, schrieben die Marktbeobachter der Helaba: "Erhöht bleibt daher die Verunsicherung und trotz der im Vergleich zur Vorwoche niedrigeren Energiepreise sind die Inflations- und Zinssorgen der Akteure präsent."
Am heimischen Aktienmarkt rückt noch einmal die Berichtssaison mit Zahlen von VIG, EVN und UBM in den Fokus.
Die Vienna Insurance Group (VIG) hat im ersten Quartal 2026 mehr Umsatz und Gewinn erzielt. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 18,8 Prozent auf 310,3 Mio. Euro, die verrechneten Prämien stiegen um 4,4 Prozent auf 4,86 Mrd. Euro, teilte der börsennotierte Versicherer mit. Den Ausblick für den Vorsteuergewinn zwischen 1,25 und 1,3 Mrd. Euro (ohne der jüngst übernommenen Nürnberger Versicherung) im Gesamtjahr bestätigte der Konzern.
Der niederösterreichische Versorger EVN hat in den ersten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres 2025/26 bei Umsatz und Nettoergebnis zugelegt. Der Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf rund 1,79 Mrd. Euro, das Konzernergebnis um 24,7 Prozent auf 312,4 Mio. Euro. Allerdings führten vor allem außerordentliche Ereignisse zu einem buchhalterischen Ergebnisanstieg. Das Jahresergebnis wird im Rahmen der Prognose liegen.
Der Immobilienentwickler UBM hat in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 den Sprung zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Nach einem Verlust von 6,6 Mio. Euro im Vorjahresquartal verbuchte das Unternehmen nun ein positives Ergebnis nach Steuern von 0,3 Mio. Euro. Getrieben wurde die Entwicklung von Wohnungsverkäufen auf Rekordniveau, unter anderem in Wien. Eine konkrete quantitative Prognose für das Gesamtjahr 2026 wagte die UBM aufgrund anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten nicht.
Am Mittwoch hatte der ATX um 0,08 Prozent schwächer bei 6.095,30 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Mittwoch:
Porr +3,55% 36,45 Euro RHI Magnesita +3,29% 34,50 Euro Polytec +2,30% 4,45 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Mittwoch:
Pierer Mobility -5,52% 19,70 Euro Verbund -3,40% 58,25 Euro OMV -2,47% 61,25 Euro
spa/ste
ISIN AT0000999982