Aktien Frankfurt Ausblick: Dax unter Druck - Angriffe in Straße von Hormus
Die sich wieder verschärfende
Auseinandersetzung im Nahen Osten könnte den Dax am
Donnerstag etwas unter Druck setzen. Knapp eine Stunde vor
Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als
außerbörslicher Indikator ein Minus von 0,5 Prozent auf 25.057
Punkte. Damit würde das Rekordhoch aus dem Januar bei 25.507
Punkten, dem sich der deutsche Leitindex zuletzt genähert hatte,
wieder etwas aus dem Sichtfeld geraten. Sein Eurozonen-Pendant
EuroStoxx 50 wird am Donnerstagmorgen ebenfalls 0,5
Prozent tiefer erwartet. Die Ölpreise zogen in Reaktion auf die
jüngsten Entwicklungen im Iran-Krieg wieder deutlich an.
Dass das US-Militär nahe der Straße von Hormus eine iranische
Stellung angegriffen hat, von der aus Drohnen gesteuert wurden,
verunsicherte die Anleger. Zudem seien vier Drohnen abgeschossen
worden, die eine Bedrohung für die USA darstellten, erklärte ein
US-Beamter. "Diese Maßnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und
darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten", hieß es
weiter.
"Bomben statt weißer Rauch", titelten die Commerzbank-Experten in
einem Marktkommentar. "Am Ende der vergangenen Woche sah es noch so
aus, als könnte ein Deal mit dem Iran gar nicht schnell genug
kommen. In den letzten Tagen hat sich (wie so oft) aber wieder
einmal die Stimmung gedreht", schrieb Analyst Michael Pfister. Die
Unsicherheit wirkte sich auch schon an den Börsen in Asien aus, wo
am Donnerstag vor allem in Südkorea, Hongkong und Japan die Kurse
litten.
Am deutschen Aktienmarkt könnte Delivery Hero davon
profitieren, dass der US-Fahrdienstvermittler Uber
seine Beteiligung an dem Essenslieferdienst deutlich aufgestockt
hat. Der direkte Anteil sei zu Wochenbeginn von 19,5 auf 24,99
Prozent gestiegen, teilte der MDax-Konzerns am
Mittwochabend mit. Inklusive Wertpapier-Instrumenten hat sich Uber
den Zugriff auf Stimmrechte im Umfang von 36,83 Prozent gesichert.
Am Wochenende hatte Delivery Hero bekannt gegeben, der US-Konzern
sei mit einem Angebot von 33 Euro je Aktie auf die Gesellschaft
zugekommen.
Die Titel des Softwarekonzerns SAP stehen nach
Branchennachrichten aus den USA im Fokus. Am Mittwoch nach
Börsenschluss in New York hatte Konkurrent Salesforce
mit seinem Umsatzausblick auf das laufende Quartal enttäuscht.
Dagegen stieß die angehobene Jahresumsatzprognose von Snowflake
bei den Anlegern auf Begeisterung. Der
Clouddienste-Anbieter unterschrieb zudem eine sechs Milliarden
US-Dollar schwere Vereinbarung mit Amazon zur Nutzung
von dessen Cloud-Plattform AWS./gl/stk