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Addiko-Bieterkampf - Management gibt Empfehlung für RBI-Angebot ab / Offert sei finanziell attraktiv, Vorstand sieht hohe Wahrscheinlichkeit, dass Annahmeschwelle erreicht wird - Neutrale Position zu NLB-Angebot - Betriebsrat besorgt

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Titel, Untertitel, Lead, weitere Details (durchwegs), Betriebsrat kritisch (vorletzter Absatz), Vorstand zu Eigentümerstrukturen, Anpassungen, Hintergrund
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Im Übernahmewettbewerb um die Addiko Bank haben sich deren Vorstand und Aufsichtsrat gegenüber den Aktionären für eine Annahme des Angebots der Raiffeisen Bank International (RBI) ausgesprochen. Das Offert sei aus finanzieller Sicht attraktiv, schrieb das Management am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme. Für das Angebot der slowenischen Nova Ljubljanska Banka (NLB) gaben die Gremien hingegen weder eine Empfehlung für eine Annahme noch für eine Ablehnung ab.

Aus Sicht des Vorstands sei es unter Berücksichtigung bereits abgegebener Erklärungen seitens der serbischen Alta Group und anderer Aktionäre "hinreichend wahrscheinlich", dass die Mindestannahmeschwelle bis zum Ende der Annahmefrist am 22. Juli erreicht werden kann, hieß es mit Blick auf das RBI-Angebot zur Begründung.

Noch keine Aktionärszusagen für NLB

Sowohl RBI als auch NLB setzen sich eine Annahmeschwelle von 75 Prozent, behalten sich aber vor, diese auf die gesetzlichen 50 Prozent zu senken. Die slowenische Bank bietet 29 Euro pro Aktie, die RBI 26,5 Euro pro Aktie, wobei es sich bei letzterem um ein nachgebessertes Offert handelt. Zwar sei das Angebot der Slowenen höher als jenes der RBI und daher auch "aus rein finanzieller Sicht attraktiv", der Vorstand äußert aber Zweifel daran, dass die NLB die gesetzte Schwelle erreichen wird. Unlängst habe das Geldhaus noch keine Zusagen von Addiko-Aktionären zur Angebotsannahme erhalten, hieß es.

Unsicherheiten gebe es außerdem mit Blick auf regulatorische Genehmigungen durch die Aufsichtsbehörden in Kroatien. Hintergrund ist ein schon länger andauernder Rechtsstreit zwischen Kroatien und Slowenien, der sich um die in Ex-Jugoslawien tätige Vorgängerbank der NLB bzw. um auf die heutige NLB übertragene Geschäfte und Vermögenswerte nach dem Zerfall Jugoslawiens dreht.

Pläne bei Übernahme

Die RBI plant im Fall einer Übernahme, lediglich das Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich zu behalten. Die übrigen Märkte - Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro - will sie hingegen mittels eines sogenannten Carve-outs abstoßen. Das soll im Rahmen einer Vereinbarung mit der Alta Group, die derzeit knapp 10 Prozent der Aktien hält, passieren. Außerdem dürfte sie über weitere Finanzinstrumente über zusätzlich knapp 20 Prozent an dem Unternehmen verfügen. Alta hat der RBI bereits zugesagt, ihren 10-Prozent-Anteil anzudienen, wie zuletzt aus einer Mitteilung hervorging.

Die NLB beabsichtigt indessen, alle Märkte der Addiko zu integrieren, will jedoch die Töchter außerhalb der EU - also Serbien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro - auf Kosten und Nutzen prüfen und diese dann gegebenenfalls verkaufen. Auch soll die Addiko nach der Übernahme weiterhin an der Wiener Börse notiert bleiben, beim Vorstand wären ebenfalls keine unmittelbaren Änderungen geplant. Der österreichische Bankbetrieb würde zumindest mittelfristig erhalten bleiben, um bestimmte Geschäftsbereiche wie Einlagenprodukte, IT oder Verwaltung aufrechtzuerhalten. Für die NLB, die bereits im Jahr 2024 mit einem Übernahmeversuch scheiterte, wäre vor allem der Eintritt in den kroatischen Markt attraktiv.

Betriebsrat fürchtet Jobverlust bei RBI-Übernahme

Kritisch äußerte sich der Betriebsrat zum RBI-Angebot. So beabsichtige das Geldhaus, die in Österreich betriebenen Aktivitäten einzustellen und die Gesellschaft "zu einem späteren Zeitpunkt entweder zu liquidieren oder mit einer anderen Gesellschaft zu verschmelzen". Befürchtet wird ein Jobverlust an den Standorten in Wien und Klagenfurt. Allerdings hält der Betriebsrat fest, dass ein konkretes Modell erst nach Abschluss der Transaktion vorgelegt werden solle. Jedenfalls aber fordert der Betriebsrat "belastbare Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung". Bei einer Übernahme durch die NLB wiederum drohe eine Verlagerung von Funktionen nach Slowenien, schreibt der Betriebsrat in einer separaten Stellungnahme.

Klärung der Eigentümerstruktur

Relevant ist der Bieterkampf um die Addiko auch in Bezug auf die aus Aufsichtssicht unklaren Eigentumsverhältnisse der Bank, die vor allem durch die Alta Group hervorgerufen wurden und letztlich die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlassten, eine Aussetzung der Dividendenzahlungen zu empfehlen. Der Addiko-Vorstand gibt sich laut Stellungnahme zuversichtlich, dass eine Übernahme durch die RBI die schwierige Eigentümerstruktur der Bank klären würde.

Entstanden aus der Kärntner Hypo

Die Addiko Bank mit Sitz in Wien ist 2015 aus den Hypo-Alpe-Adria-Balkanbanken hervorgegangen und notiert seit 2019 an der Wiener Börse. Das Institut ist über ihre Töchter-Banken in Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro tätig. Die Bank fokussiert sich auf das Geschäft mit Klein- und mittelständischen Betrieben (KMU) und Privatkunden.

tpo/phs/ivn

 ISIN  AT000ADDIKO0  AT0000606306
 WEB   https://www.addiko.com/
       http://www.rbinternational.com/

Relevante Links: Raiffeisen Bank International AG, Addiko Bank AG

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