Wiener Börse - ATX schließt nach Rekordjagd im Minus / Gewinnmitnahmen und Zweifel an rascher Einigung im Iran-Konflikt belasten Börsen
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Die Wiener Börse hat am Dienstag nach der Rekordjagd vom Vortag wieder nachgegeben. Der ATX beendete den Tag mit einem Minus von 0,79 Prozent bei 6.099,93 Punkten. Am Montag hatte der Index noch mit einem neuen Allzeithoch von 6.148,24 geschlossen. Der breiter gefasste ATX Prime fiel um 0,75 Prozent auf 3.013,78 Zähler. Auch an anderen Börsen in Europa ging es am Dienstag nach der jüngsten Kursrally wieder nach unten.
Marktbeobachter vermuteten Gewinnmitnahmen nach der zuletzt starken Performance der Märkte. Zudem wuchsen zuletzt Zweifel an einer schnellen Einigung im Iran-Konflikt. Die damit verbundenen Ölpreisanstiege heizten auch wieder die Inflationsängste an.
Gedämpft wurde die Hoffnung auf ein rasches Kriegsende im Nahen Osten durch neue US-Angriffe gegen Ziele im Iran. Auch hat US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag Reportern in Indien gesagt, dass die Verhandlungen noch "einige Tage in Anspruch nehmen" könnten. Derzeit würden beide Seiten über den Wortlaut eines ersten Dokuments beraten.
Tagesgewinner im ATX waren die Aktien des Ölfeldausrüsters SBO mit einem Plus von 3,3 Prozent. Verbund-Aktien stiegen trotz einer Verkaufsempfehlung um 1,34 Prozent auf 60,30 Euro. Die Analysten von Deutsche Bank Research haben zuletzt ihre Empfehlung "Sell" und ihr Kursziel von 55 Euro für die Aktie des heimischen Verbund bestätigt. Gut gesucht waren auch Aktien der Post AG und legten 1,3 Prozent zu.
Die größten Verlierer im ATX waren VIG, die Aktien verloren bedingt durch ihren Dividendenabschlag 2,9 Prozent. Lenzing fielen um 2,6 Prozent. Die Aktien von AT&S unterbrachen ihren jüngsten Höhenflug und gaben 2,8 Prozent nach. AT&S-Aktien hatten in den vergangenen Tagen von der guten Stimmung für Halbleiterwerte und einigen Kurszielanhebungen profitiert und mehr als ein Drittel gewonnen. Seit Jahresbeginn haben die Titel ihren Wert damit schon mehr als vervierfacht.
Die am Nachmittag gemeldeten Daten zum US-Verbrauchervertrauen waren besser als erwartet ausgefallen, wirkten sich aber nicht merklich am Anleihenmarkt aus. Die Stimmung der Verbraucher in den USA ist im Mai geringer als erwartet gesunken. Der Konsumindikator fiel zwar um 0,7 Punkte auf 93,1 Punkte, wie das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt allerdings mit einem deutlicheren Rückgang auf 92,0 Punkte gerechnet.
mik/spa
ISIN AT0000999982