ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx-Rally bekommt einen Dämpfer
Nach den Gewinnen zu Wochenbeginn hat der
Aktienmarkt in der Eurozone am Dienstag einen Dämpfer erhalten.
US-Militärschläge gegen den Iran stimmten Marktteilnehmer wieder
vorsichtiger, nachdem am Vortag viel Hoffnung eingepreist wurde,
dass ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran abgeschlossen
werden kann.
Dem EuroStoxx 50 blieb ein weiterer Anstieg hin zu
seinem Rekordhoch von knapp 6.200 Punkten verwehrt. Der Leitindex
der Eurozone litt nach seiner Rally auf das höchste Niveau seit Ende
Februar unter Gewinnmitnahmen. Aus dem Handel ging er 1,18 Prozent
tiefer bei 6.064,15 Punkten. Er blieb aber über der psychologisch
wichtigen Marke von 6.000 Punkten.
Außerhalb der Eurozone vollzogen die Leitindizes in Zürich und
London die Vortagsrally noch ein Stück nach, die ihnen
feiertagsbedingt entgangen war. Der Londoner FTSE 100
konnte daher 0,24 Prozent auf 10.491,39 Punkte zulegen. Er
profitierte auch von steigenden Rohstoffwerten. In der Schweiz hielt
sich der SMI mit 0,17 Prozent im Plus bei 13.525,68
Punkten.
Rohstoffwerte setzten ihren zuletzt guten Lauf fort.
Mit einem Anstieg um 1,4 Prozent war ihr Teilindex mit Abstand
führend in der Branchenwertung, in der Gewinner selten waren und vor
allem defensiven Charakter hatten. In den Energie-, Einzelhandels-
und Telekombranchen gab es noch moderate Gewinne für die
Sektorindizes.
Im Versorgerbereich half ein Anstieg um ein Prozent bei dem
Unternehmen Iberdrola . Der Barclays-Analyst Dominic
Nash sieht bei den Spaniern eine Investmentchance, die es innerhalb
einer Generation wohl nur einmal gebe. Iberdrola sei als Versorger
ein "Gold-Standard". Das Gewinnwachstum dürfte bis 2030
überdurchschnittlich ausfallen.
Am anderen Ende der Kurstabelle lagen die Autowerte. Hier fielen
Ferrari nach zuletzt gutem Lauf mit einem Kursrutsch
um acht Prozent auf. Die Vorstellung des ersten Elektrofahrzeugs
Luce hat die Anleger des Sportwagenbauers enttäuscht. Der Kursrutsch
verdeutlicht die Herausforderungen des Luxusherstellers, auf
Batteriebetrieb umzusatteln. Negative Stimmen häuften sich vor allem
zum Design des Fahrzeugs - auch deshalb, weil dieses anderen bereits
bekannten Fahrzeugen ähnele./tih/jha/