Aktien New York: Dow mit Rekord - andere Indizes nur knapp darunter
Die US-Börsen haben am Freitag vor dem langen
Wochenende weiter zugelegt. Beim Leitindex Dow Jones Industrial
reichte es schon im frühen Handel für ein Rekordhoch.
Die anderen Indizes liefen nah an ihre Bestmarken heran. Die
Aktienkurse profitierten von den hartnäckigen Hoffnungen auf eine
friedliche Beendigung des Iran-Kriegs sowie der anhaltenden Euphorie
mit Blick auf das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI). Eher
enttäuschende Konjunkturdaten sorgten nur kurz für einen
Stimmungsdämpfer.
Zuletzt ging es für den Dow um 0,89 Prozent auf 50.735 Punkte hoch.
Der marktbreite S&P 500 gewann 0,61 Prozent auf 7.492
Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100
0,85 Prozent auf 29.606 Punkte. Für Dow und Nasdaq
100 zeichnen sich Wochengewinne von 2,4 beziehungsweise 1,7 Prozent
ab.
Aussagen von US-Präsident Donald Trump und seinem Außenminister
Marco Rubio untermauerten Erwartungen an einen baldigen
Friedensschluss im Nahen Osten. Zudem teilte Teheran mit, der
jüngste Vorschlag aus Washington habe die Kluft zwischen den beiden
Seiten teilweise überbrückt.
Allerdings trüben Äußerungen des obersten geistlichen Führers des
Iran die Hoffnungen auf einen Durchbruch. Demnach will Teheran
seinen Uranvorrat behalten. Hinzu kommt der Streit über die Öffnung
der für die Weltwirtschaft wichtigen Meeresstraße von Hormus. Die
vom Iran beabsichtigten Gebühren für deren Passage "könnten für
komplizierte Diskussionen sorgen", befürchtet Portfoliomanager
Thomas Altmann von QC Partners. Die Entwicklung an den Börsen hängt
weiterhin maßgeblich von den Ölpreisen ab, die zuletzt wieder etwas
stiegen.
An der Tech-Börse Nasdaq erwiesen sich etliche starke
Halbleiterwerte einmal mehr als Zugpferde. Qualcomm
führten mit plus 11,7 Prozent die Gewinnerliste im Nasdaq 100 an.
Für NXP , AMD und Texas Instruments
ging es um bis zu 5,3 Prozent bergauf. Dagegen
hielten beim Branchenführer Nvidia mit minus 1,5
Prozent die Gewinnmitnahmen nach einem Rekordhoch an.
Die Aktien des Kosmetikkonzerns Estee Lauder sprangen
um 10,3 Prozent nach oben. Anleger zeigten sich erleichtert über das
Ende der Fusionsverhandlungen mit dem spanischen Branchenkollegen
Puig Bands . Dessen Titel verloren in Madrid gut 13
Prozent.
Überraschend starke Quartalszahlen und Aussagen zum Geschäftsjahr
bescherten Zoom einen Kurssprung von 10,8 Prozent.
Zeitweise erreichten die Aktien des Spezialisten für
Videokonferenzen-Software, der während der Corona-Pandemie bekannt
geworden war, den höchsten Stand seit August 2022. Von ihrem Rekord
im Herbst 2020 sind sie allerdings noch meilenweit entfernt.
Die Aktien von Workday gewannen 5,3 Prozent. Der
Software-Entwickler hatte mit seinem Zwischenbericht ebenfalls die
Markterwartungen übertroffen. Auch der Ausblick kam gut an.
Beim Pharmakonzern Merck & Co konnten sich die
Anleger nach positiven Ergebnissen einer Medikamentenstudie über ein
Kursplus von 5,2 Prozent und den Spitzenplatz im Dow freuen.
Dagegen ging es für die Titel von Take-Two um 4,3
Prozent bergab. Marktteilnehmer monierten einen enttäuschenden
Ausblick. Vorbörslich waren die Quartalszahlen des Entwicklers von
Computerspielen noch auf ein positives Echo gestoßen. Zudem wurde
der Veröffentlichungstermin für das Spiel Grand Theft Auto VI im
November bestätigt.
Die Aktien von Uber weiteten ihr Minus auf 1,9
Prozent aus. Der US-Fahrdienstleister prüft Kreisen zufolge Optionen
für eine Komplettübernahme des Essenlieferdienstes Delivery Hero
, nachdem er seine Beteiligung jüngst schon kräftig
aufgestockt hatte.
Maßnahmen der chinesischen Wettbewerbsbehörden gegen illegale
grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte belasten die in New York
gelisteten Anteile der chinesischen Online-Broker UP Fintech
und Futu : Sie büßten 23
beziehungsweise 26,5 Prozent ein./gl/he