Aktien Frankfurt: Dax legt zu - Nvidia-Zahlen als KI-Gradmesser erwartet
Die Anleger blicken am Mittwoch am deutschen
Aktienmarkt mit hohen Erwartungen auf die Zahlen von Nvidia
. Die Experten von Index-Radar sehen in diesen eine
gewisse "Sprengkraft" angesichts schon reichlich verteilter
Vorschusslorbeeren. Der Dax tut sich vor diesem
Hintergrund schwer dabei, sich weiter in Richtung der Marke von
25.000 Punkten zu begeben.
Mit einem Anstieg um 0,3 Prozent auf 24.478 Punkte blieb der Dax
deutlich unter seinem Vortagshoch von 24.690 Punkten, das von
zwischenzeitlicher Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg getrieben
war. Die Lage im Nahen Osten bleibt aber angespannt, nachdem
US-Präsident Donald Trump neue Angriffe nur vertagt hatte.
In der zweiten deutschen Börsenreihe bewegte sich der MDax
nun ein halbes Prozent höher bei 31.481 Punkten. Auf
Eurozonen-Ebene legte der EuroStoxx zuletzt 0,6
Prozent zu. In New York zeichnete sich für den Dow Jones Industrial
ein solider Start und für den technologielastigen
Nasdaq 100 ein Erholungsversuch ab.
"Wenn Nvidia enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", sagte
Marktexperte Maximilian Wienke vom Broker Etoro. Nvidia sei längst
kein normales Unternehmen mehr, sondern der zentrale Taktgeber des
globalen KI-Booms. Von Index-Radar kam noch der Hinweis auf ein
Muster vergangener Quartalsberichte des KI-Chipriesen, nach denen
die Aktie in den Folgetagen jeweils deutlich zurückgesetzt habe.
In Deutschland sind am Mittwoch bei zwei Unternehmen Anteilsverkäufe
von Aktionären ein Thema. Bei Springer Nature war
wegen einer Platzierung durch BC Partners mit 5,5 Prozent ein
deutlicher Abschlag erkennbar. Der Finanzinvestor hatte 2024 beim
Börsengang schon Anteile platziert und reduziert seine Beteiligung
an dem Wissenschaftsverlag nun weiter.
Beim Verkauf von Anteilen an Renk musste der
Panzerbauer KNDS einen viel geringeren Abschlag in Kauf nehmen. Die
Anleger verziehen dies in einem positiven Branchenumfeld, das
gestützt war auf den tschechischen Konzern CSG wegen dessen starker
Resultate. Renk folgte Rheinmetall ins Plus, doch
besonders deutlich waren mit bis zu 5,2 Prozent die Kursgewinne bei
TKMS und Hensoldt .
Im Chemiesektor hat das Analysehaus Jefferies Bewertungen neu
sortiert: Ein Minus von 3,5 Prozent hatte es bei Lanxess
zur Folge, dass das Votum mit "Underperform" negativ
wurde. Analyst Marcus Dunford-Castro sieht bei dem
Spezialchemiekonzern die Rally als übertrieben an. Auf eine
Kaufempfehlung für Evonik und eine Hochstufung von
Brenntag war die Reaktion viel verhaltener.
Die Kurse einiger Unternehmen mussten um die Dividendenauszahlung
bereinigt werden, darunter auch Ottobock . Bei dem
Prothesenhersteller begann die Nachlese eines kritischen Berichts
des Leerverkäufers Grizzly, der am Vortag einen Kurssturz ausgelöst
hatte. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Die Aktie legte
trotz Dividendenabschlag um 0,4 Prozent zu./tih/jha/