Libanon: Mehr als 100 Mitarbeiter im Gesundheitssektor getötet
Im Libanon sind nach Behördenangaben seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März mehr als 100 Mitarbeiter aus dem Gesundheitssektor durch israelische Angriffe getötet worden. Bei einem Treffen mit dem Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte der libanesische Gesundheitsminister Rakan Nassereddine, dass bisher 116 Beschäftigte im Gesundheitswesen ums Leben gekommen und 263 verletzt worden seien. Hinzu kämen Schäden an Krankenwagen, Gesundheitszentren und Krankenhäusern.
Im Zuge des Iran-Kriegs war es auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gekommen. Eigentlich gilt derzeit eine Waffenruhe. Die gegenseitigen Angriffe werden jedoch fortgesetzt.
Das israelische Militär greift im Libanon immer wieder auch Krankenwagen und medizinische Teams an. Es wirft der vom Iran unterstützen Hisbollah - mit der es im Konflikt steht - vor, diese als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu transportieren. Die libanesische Regierung, die selbst keine Konfliktpartei im aktuellen Krieg ist, weist das zurück. Viele der Angriffe treffen Gesundheitsdienste, die mit der Hisbollah verbunden sind. Aber auch Sanitäter des Roten Kreuzes oder des staatlichen Zivilschutzes wurden bereits getötet.
Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch oder Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen haben die israelischen Angriffe auf Gesundheitspersonal bereits mehrfach verurteilt und unabhängige Untersuchungen gefordert./arj/DP/stw
AXC0142 2026-05-19/12:14